"Weihnachtsgeschenk"

Zwei Jahre zu spät: Neue ICE-Züge kommen

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Ein Monteur arbeitet in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) in einer Siemens-Fabrikationshalle an einem ICE-Zug vom Typ "3M/Velaro D" (Archivfoto).

München - Die neuen ICE für die Deutsche Bahn kommen - häppchenweise und mit langer Verspätung, aber immerhin. Das grüne Licht für die ersten vier neuen Züge im Inlandsverkehr ist da.

Als die gute Nachricht kommt, ist der größte Ansturm im diesjährigen Weihnachtsreiseverkehr der Deutschen Bahn eigentlich schon durch: Mit zwei Jahren Verspätung können die neuen ICE von Siemens endlich auf die Schiene und ihren Dienst in Deutschland aufnehmen. Das Eisenbahnbundesamt hat die Zulassung dafür erteilt und sorgt nach Streit und technischen Problemen für etwas Entspannung im ICE-Drama, das nicht nur am Image von Siemens kratzte, sondern dem Vorzeigekonzern auch Millionen-Belastungen eintrug. Siemens-Chef Joe Kaeser hat damit zum Jahreswechsel eine Sorge weniger. Ausgestanden sind die Probleme aber noch nicht.

Eine „Mega-Peinlichkeit“ hatte Kaeser die Verspätungen kürzlich vor Studenten der Technischen Universität München genannt. „Es gibt jede Menge Erklärungen, warum wir das nicht hingekriegt haben, aber keine Begründung. Wir haben einfach nicht gut gearbeitet“, übte sich der Siemens-Lenker in ungewöhnlich offener Selbstkritik. Klar ist für Kaeser: Bei der künftigen Generation ICx muss es besser laufen. Deshalb will das Unternehmen dann enger mit der Deutschen Bahn zusammenarbeiten.

Die fordert nach dem ersten Paket aus vier bereits ausgelieferten Zügen von Siemens erst einmal umgehend Nachschub. „Die Zulassung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Bahn-Chef Rüdiger Grube. „Wir erwarten, dass Siemens uns nun die noch ausstehenden Züge rasch liefert“. Denn im grenzüberschreitenden Bahnverkehr nach Frankreich und Belgien haben die ICE noch immer keine freie Fahrt. Wann die erteilt wird, ist offen, heißt es bei Siemens.

Insgesamt hatte die Bahn 16 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro D bei Siemens geordert. Vier davon sind jetzt mit zweijähriger Verspätung angekommen, vier weitere sollen im Frühjahr folgen - bleiben also noch immer acht Züge auf dem Wartegleis. Eigentlich sollten sie alle schon seit Ende Dezember durch Deutschland unterwegs sein. Doch das grüne Licht vom Eisenbahnbundesamt in Bonn kam und kam nicht: Neue Auflagen und ungeklärte technische Fragen bei Bremsen, Radsatzgestellen und Klimaanlagen verhinderten die Zulassung. Nachdem ein weiterer Liefertermin wegen Softwarefehlern in der Zugsteuerung vor einem Jahr platzte, hatte sich in den vergangen Wochen bereits abgezeichnet, dass der Prozess auf der Zielgeraden ist.

Für den diesjährigen Weihnachtsverkehr sind die neuen Züge aber ohnehin nicht mehr entscheidend. Engpässe drohen nicht, wie ein Bahn-Sprecher deutlich macht. Die Situation habe sich schon entspannt. „Der Höhepunkt war definitiv der vergangene Freitag.“ Die Erfahrung zeige, dass es meist einen Hauptreisetag vor Weihnachten gibt. „Der Rückreiseverkehr ist dann deutlich entspannter.“ Die Fahrgäste verteilten sich über die Tage, weil manche schon am 30. Dezember wieder arbeiten müssen, andere aber erst am 6. oder 7. Januar. Für den Fall der Fälle sind die Züge nach den Worten des Sprechers aber schon getestet und könnten auch schon über die Weihnachtstage als Reserve zum Einsatz kommen.

dpa

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