Zeitung: Jetzt Zulieferer-Fusion unter Conti-Dach im Gespräch

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Die Aufsichtsratsmitglieder der Continental AG, Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler: Bei den Bemühungen, die beiden hochverschuldeten Autozulieferer Schaeffler und Conti zu retten, zeichnet sich jetzt eine Wende ab.

Hamburg - Im Ringen um die Zukunft der hochverschuldeten Autozulieferer Schaeffler und Continental zeichnet sich laut einem Zeitungsbericht eine überraschende Wende ab.

Nach Informationen des “Handelsblatts“ könnten die beiden Unternehmen nun unter dem Dach von Continental fusionieren. Die Berater von Roland Berger prüften derzeit im Auftrag des Gläubigerkonsortiums unter Führung der Commerzbank das Szenario, berichtete die Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreise. In der Politik gebe es breite Unterstützung für eine solche Lösung.

Schaeffler hatte sich an der Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten Conti verhoben. Da der Kauf komplett kreditfinanziert war, ist Schaeffler nun hoch verschuldet. Insgesamt drückt die beiden Unternehmen eine Schuldenlast von etwa 23 Milliarden Euro.

Den Banken drohen hohe Wertberichtigungen. Die Institute hofften nun, bei einer Fusion unter dem Dach von Conti allzu hohe Abschreibungen vermeiden zu können. Ein Schaeffler-Sprecher sagte dem “Handelsblatt“, man prüfe gemeinsam mit Conti die Optionen für eine künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Das Ergebnis sei offen.

Der Plan sieht nach “Handelsblatt“-Informationen vor, die private Schaeffler-Gruppe komplett in den börsennotierten Conti-Konzern zu überführen. Es scheine derzeit das einzige Modell zu sein, hieß es in Gläubigerkreisen. Bisher war vor allem über eine Fusion der Automotive-Sparten spekuliert worden. In den Plan seien die Ministerpräsidenten von Bayern, Niedersachsen und Hessen eingeweiht. In den Bundesländern befinden sich Werke mit Tausenden Arbeitsplätzen.

dpa

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