Wieder weniger als 40 Millionen Erwerbstätige

Wiesbaden - Die Wirtschaftskrise schlägt zunehmend auf den deutschen Arbeitsmarkt durch. Im ersten Vierteljahr 2009 sank die Zahl der Erwerbstätigen erstmals seit drei Quartalen wieder unter die Marke von 40 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen in Wiesbaden mitteilte.

Mit 39,9 Millionen Erwerbstätigen waren aber immer noch 48 000 oder 0,1 Prozent mehr beschäftigt als ein Jahr zuvor.

Wie die Statistiker betonen, hat dabei allerdings ein deutliches Plus bei der Kurzarbeit die negativen Effekte der Rezession auf die Beschäftigung abgemildert. Experten sind sich einig, dass die Krise den Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten noch stärker treffen wird. So hatte ZEW-Präsident Wolfgang Franz am Dienstag gesagt: "Bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt steht uns aber das Schlimmste wohl noch bevor".

Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 sank die Zahl der Erwerbstätigen zum Jahresbeginn um 905 000 Menschen oder 2,2 Prozent. Zwar sei eine Abnahme im ersten Quartal eines Jahres üblich. "Im Berichtsquartal ist die Erwerbstätigkeit jedoch deutlich stärker zurückgegangen als im Durchschnitt der entsprechenden Quartale der Jahre 2007 und 2008 (-525 000 oder -1,3 Prozent)", berichteten die Statistiker. Auch damals war die Erwerbstätigkeit im Winter durch das Ende 2006 eingeführte Saisonkurzarbeitergeld zusätzlich gestützt worden.

Zuwächse gab es im ersten Quartal in der Dienstleistungsbranche. Hier nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 119 000 Personen oder 0,4 Prozent zu. Dagegen verringerte sich die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) erstmals seit neun Quartalen, nämlich um 55 000 Personen oder 0,7 Prozent. Im Baugewerbe ging die Zahl der Beschäftigten um 23 000 oder 1,1 Prozent zurück.

Für den leichten Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr waren allein die Arbeitnehmer verantwortlich, deren Zahl sich im ersten Quartal 2009 um 67 000 Personen (plus 0,2 Prozent) auf 35,4 Millionen erhöhte. Die Zahl der Selbstständigen war hingegen erstmals seit neuneinhalb Jahren rückläufig. Sie sank im Vorjahresvergleich um 19 000 Personen (minus 0,4 Prozent) auf rund 4,4 Millionen.

Die Beschäftigten arbeiteten im ersten Quartal im Durchschnitt 354,8 Stunden - das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Bundesamt begründet den Rückgang mit dem Abbau von Überstunden und dem starken Anstieg der Kurzarbeit.

dpa

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