Hohe Verluste: Primera-Verkauf belastet Escada

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Der Vorstandsvorsitzende des Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer, am Dienstag (28.04.2009) in München (Oberbayern) bei der Hauptversammlung.

München - Der um sein Überleben kämpfende Luxusmodekonzern Escada muss wegen des Verkaufs der Tochter Primera weitere Belastungen verkraften.

Der zu erwartende Verkaufserlös werde deutlich unter dem Buchwert der Tochter liegen, so dass Wertberichtigungen auf den Escada-Anteil fällig würden, die das Konzernergebnis belasteten, teilte das Unternehmen am Samstag in München mit, ohne die Höhe des Kaufpreises zu nennen. Am geplanten Restrukturierungsprozess ändere dies jedoch nichts, hieß es.

Als Konsequenz des Verkaufs sei unter Berücksichtigung des Bilanzverlustes aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 nun ein Verlust in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals entstanden. Die in Münster ansässige Primera ist eine 100-prozentige Tochter von Escada und umfasst die Marken apriori, BiBA, cavita und Laurél. Details der Transaktion sollen nach Unterzeichnung der Kaufverträge in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Auch in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2008/2009 blieb die Geschäftsentwicklung bei Escada unter Vorjahresniveau. Einschließlich Primera lag der Umsatz mit 248,2 Millionen Euro um 16,1 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Aufgrund der Trennung von Primera ergibt sich für den Konzern im ersten Halbjahr ein Erlösrückgang um 23,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 151 Millionen Euro.

Nach Berücksichtigung von Verkauf und notwendigen Wertberichtigungen weist Escada ein vorläufiges negatives Halbjahresergebnis nach Steuern von 91,7 Millionen Euro aus, im Vorjahr betrug das Minus noch 8 Millionen. Der Modekonzern hatte Ende April die Grundzüge eines umfassenden Restrukturierungskonzepts veröffentlicht. Ende Mai oder Anfang Juni sollen die Konditionen für den Umtausch einer Anleihe mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro bekanntgegeben werden.

Die Gläubiger der Anleihe sollen nach den Plänen von Escada teilweise auf die Rückzahlung verzichten und damit ihren Teil zur Sanierung beitragen. Der Erfolg dieser Aktion gilt als wichtigster Baustein im Rettungskonzept für Escada. Außerdem ist eine Kapitalerhöhung geplant, mit der Escada 30 Millionen Euro einnehmen und eine akute Finanzlücke schließen will. Escada-Chef Bruno Sälzer hatte bei der Hauptversammlung vor drei Wochen vor einer Insolvenz gewarnt, wenn das Paket scheitert.

dpa

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