Autoexperten kritisieren Opel-Gipfel

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Autoexperte Willi Diez warnt vor leeren Zusagen bei der Opel-Rettung.

München - Der Autoexperte Willi Diez warnt vor leeren Versprechungen was den Erhalt von Arbeitsplätzen abgeht. Die Diskussion sei gespenstisch, sagte er.

Der Automobilexperte Willi Diez hat vor leeren Versprechungen für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Opel gewarnt. Politik und Gewerkschaften sähen die Lage von Opel zu rosig und forderten von den Investoren Standort- und Beschäftigungsgarantien, die nicht erfüllbar seien.

“Wer sagt, ich garantiere die Arbeitsplätze für die nächsten Jahre, ist nicht seriös“, sagte der Chef des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Zum Überleben brauche Opel schnell einen industriellen Investor mit einem langfristig tragfähigen Konzept und keine unhaltbaren Zusagen. “Die Diskussion ist geradezu gespenstisch“, kritisierte der Professor.

Wenn General Motors insgesamt noch einen Börsenwert von 500 Millionen Euro habe, könne man von einem Investor nicht erwarten, bis zu fünf Milliarden Euro für die GM-Tochter Opel zu zahlen. “Man sollte vom hohen Ross herunterkommen und nicht zu hoch pokern.“ Allein sei Opel nicht überlebensfähig. Entscheidend sei, “wer bietet die industrielle Kompetenz, um mit Opel in die Zukunft zu gehen“, sagte Diez. Das sei am ehesten Fiat. “Wenn die Braut nicht schön ist, muss man sich vielleicht auch mit einem nicht so schönen Bräutigam zufrieden geben“, sagte er.

Auch Dudenhöffer warnt

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hat der Bundesregierung und General Motors schwere Fehler beim Opel-Gipfel vorgeworfen. Das Spitzentreffen sei “sehr amateurhaft vorbereitet“ worden und sehr enttäuschend, sagte der Professor der Uni Duisburg-Essen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hätte Bedingungen vorgeben und mit den Investoren in kleinen Gruppen vorverhandeln müssen. Dann hätte man rasch Antworten gehabt und entscheiden können, sagte Dudenhöffer. Zudem werde das Treuhandmodell der Bundesregierung nicht funktionieren. Es sei naiv, von der US-Regierung zu verlangen, gegen Gläubigerschutzrechte zu verstoßen.

Dem US-Mutterkonzern GM warf Dudenhöffer vor, dass er plötzlich einen zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Millionen Euro angemeldet habe. “Mit so einer Überraschung darf man nicht in so eine Verhandlung gehen“, sagte der Professor und kreidete GM-Europachef Carl-Peter Forster schlechte Vorbereitung an

AP

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