Börsenaufsicht ermittelt gegen Porsche

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Börsenaufsicht ermittelt wegen Marktmanipulation gegen Porsche.

Bonn - Möglicherweise hätte Porsche im vergangenen Jahr frühzeitig verkünden müssen, dass eine 75-Prozent-Mehrheit angestrebt werde.

Die deutsche Börsenaufsicht ermittelt gegen Porsche wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bestätigte am Dienstag in Bonn einen entsprechenden Bericht der “Wirtschaftswoche“. Es geht dabei um den Zeitpunkt, zu dem Porsche beschlossen, eine 75-Prozent-Mehrheit bei Volkswagen zu übernehmen und einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abzuschließen.

Porsche hätte möglicherweise diese Absicht als kursrelevante Information schon frühzeitig in einer Börsenpflichtmitteilung verkünden müssen, hieß es. Nachdem die “Wirtschaftswoche“ entsprechende Vorwürfe veröffentlichte, leitete die BaFin am Montag eine formelle Untersuchung ein, wie Sprecherin Anja Engelland erklärte. Auf Marktmanipulation stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Gegebenenfalls kann das Vergehen aber auch als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die BaFin kann dann ein Bußgeld bis zu einer Million Euro verhängen.

Nach dem Bericht der “Wirtschaftswoche“, die sich auf Unterlagen und Aussagen beruft, könnte Porsche bereits im Februar 2008 die Absicht gehabt haben, 75 Prozent der VW-Anteile zu übernehmen. Das Unternehmen habe aber noch am 10. März 2008 eine solche Absicht ausdrücklich dementiert. Erst im Oktober habe Porsche eingeräumt, eine 75-prozentige Mehrheit an VW anzustreben. Das habe heftige Kurssprünge der VW-Aktie ausgelöst, wodurch Hedgefonds und Banken große Verluste erlitten hätten, schrieb die Zeitschrift.

Brief von der niedersächsischen Staatskanzlei

Porsche wies den Vorwurf einer Täuschung von Anlegern als falsch zurück. Porsche habe am 3. März 2008 entschieden, die Mehrheit an Volkswagen zu erwerben. “Eine Absicht von Porsche zur Aufstockung auf 75 Prozent der VW-Stammaktien bestand seinerzeit nicht“, erklärte das Unternehmen. Porsche erklärte, es habe am 25. Februar 2008 in Berlin ein Treffen mit einem Vertreter der niedersächsischen Landesregierung gegeben. Zu dessen Inhalten nehme das Unternehmen aus Gründen der Vertraulichkeit keine Stellung.

AP

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