In den kommenden zwei Jahren

Zigarettenhersteller BAT baut 950 Stellen in Bayreuth ab

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Der Standort Bayreuth zählt zu den größten Produktionsstätten des Zigarettenherstellers British American Tobacco (BAT).

Bayreuth - Nach tagelanger Ungewissheit steht fest: Der britische Tabakkonzern BAT baut in Bayreuth zwei Drittel seiner Jobs ab. Ein Problem für die Mitarbeiter - und die Region.

Weil die Europäer deutlich weniger Zigaretten kaufen, streicht British-American Tobacco (BAT) in Bayreuth zwei Drittel seiner Arbeitsplätze. „Das ist ein sehr schmerzlicher, aber unvermeidbarer Schritt“, sagte Ralf Wittenberg, Geschäftsführer des Konzerns in Deutschland, am Donnerstag in Bayreuth. 950 der 1400 Stellen sollen abgebaut werden, der Standort dann mit etwa 370 Jobs aber erhalten bleiben.

Bis Ende 2017 soll laut Wittenberg die Produktion der bisher in Bayreuth hergestellten Fertigzigaretten sowie die bestimmter Halbfabrikate nach Polen, Ungarn, Rumänien und Kroatien verlagert werden. Die Verlagerung der verbleibenden Halbfabrikate soll dann bis Mitte 2018 beendet sein. BAT ist mit 1400 Mitarbeitern einer der größten privaten Arbeitgeber in Bayreuth - und damit ein großer Gewerbesteuer-Zahler. Es ist eines der größten BAT-Werke weltweit.

Arbeitnehmervertreter reagierten mit Ärger und Unverständnis. „Ein Wahnsinn und nicht nachvollziehbar“, sagte Michael Grundl, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Oberfranken, einer Mitteilung zufolge. Der Standort Bayreuth sei hochprofitabel und eine Innovationsschmiede innerhalb des Konzerns. Betriebsratschef Paul Walberer zeigte sich „entsetzt“. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte von BAT ein klares Bekenntnis zum Standort Bayreuth.

Geschäftsführer Wittenberg betonte, die aktuellen Marktbedingungen ließen keine andere Wahl, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wegen des rückläufigen Tabakkonsums hatte der Konzern seine Standorte in Westeuropa zuletzt überprüfen lassen, da dort im vergangenen Jahr 17 Prozent weniger Zigaretten verkauft wurden als 2011. Hinzu kommen den Angaben zufolge massive Regulierung und zahlreiche Steuererhöhungen. Seit Mai müssen die Hersteller etwa Warnhinweise und Schockbilder auf alle neu produzierten Packungen drucken.

Die Zigarettenproduktion in Deutschland ist laut Deutschem Zigarettenverband seit Jahren rückläufig. Vor 15 Jahren waren den Angaben zufolge noch mehr als 160 Milliarden Zigaretten in Deutschland produziert worden. Im vergangenen Jahr seien es nur noch 81 Milliarden gewesen.

dpa

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