Mojang AB

Zeitung: Microsoft will "Minecraft"-Macher kaufen

New York - Seitdem er das Erbe des legendären Steve Ballmer antrat, hat sich Microsoft-Chef Satya Nadella mit großen Deals zurückgehalten. Das könnte sich nun ändern.

Der US-Softwareriese Microsoft steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor dem Kauf von Mojang AB - der Firma hinter dem beliebten Videospiel „Minecraft“. Das schwedische Unternehmen solle bei dem Geschäft mit mehr als zwei Milliarden Dollar (1,55 Mrd Euro) bewertet werden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf einen Eingeweihten. Der Deal könne in dieser Woche besiegelt werden.

Die Übernahme käme überraschend, da sich Mojang-Gründer Markus Persson bislang stets gegen große Investoren gesträubt habe. Beide Unternehmen wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äußern. Für Microsoft-Chef Satya Nadella wäre es der erste große Einkauf, seit er den Posten im Februar von Steve Ballmer übernommen hat. Nadella hatte bereits angekündigt, Videospiele seien ein guter Weg für den Konzern ins mobile Geschäft mit Smartphones zu expandieren.

„Minecraft“ ist für seine einfache Grafik bekannt, die an Legosteine erinnert. Mit dem Spielzeughersteller gibt es auch eine Merchandise-Partnerschaft. Das Spiel läuft sowohl auf PCs als auch auf Android- und Apple-Geräten. In beiden App-Stores zählt es zu den Top-5-Verkaufsschlagern. Für das mit Microsoft-System betriebene Windows Phone ist das Spiel nicht erhältlich. Allerdings gibt es Versionen für die ebenfalls zum Konzern gehörende Konsole Xbox. Seit es 2009 auf den Markt kam, wurde „Minecraft“ mehr als 50 Millionen mal verkauft.

Erfinder Persson soll Hunderte Millionen Dollar mit dem Spiel verdient haben, obwohl er sich - gefeiert von Fans im Internet - nicht als Geschäftsmann sieht. „Ich habe nie zuvor eine Firma betrieben und will mich nicht als Boss fühlen“, sagte er dem Magazin „The New Yorker“ im Jahr 2013. Der „Minecraft“-Macher mit dem Spitznamen „Notch“ hörte bereits Ende 2011 auf, an dem Spiel zu arbeiten und widmete sich anderen Projekten. Geführt wird seine etwa 40 Mitarbeiter zählende Stockholmer Firma seither von Carl Manneh.

dpa

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