2,87 Millionen auf Jobsuche

Zahl der Arbeitslosen um 67.000 gestiegen

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Ein Schild mit dem Logo der Agentur für Arbeit steht vor der Agentur für Arbeit in Hannover (Niedersachsen).

Nürnberg - Trotz des bisher eher mäßigen Winters ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 67.000 gestiegen. Saisonbereinigt sanken die Arbeitslosenzahlen jedoch.

Die milde Witterung hat die sonst zum Jahresende übliche Winterarbeitslosigkeit spürbar gedämpft und die Zahl der Erwerbslosen im Dezember lediglich um 67.000 auf 2,873 Millionen steigen lassen. Der saisonbedingte Zuwachs sei damit schwächer ausgefallen als in den vergangenen Jahren, berichtete der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Dienstag in Nürnberg. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Dezember 33 000 Menschen mehr auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote legte im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent zu.

2014 stabile Lage am Arbeitsmarkt erwartet

2013 beschrieb Weise als „schwieriges Jahr“ für den Arbeitsmarkt. So sei die Zahl der Erwerbslosen trotz des leichten Wirtschaftswachstums erstmals seit 2009 wieder gestiegen - und zwar im Schnitt um 53 000 auf 2,95 Millionen. „Außerdem hat sich im Vorjahr am Arbeitsmarkt zwar gezeigt, dass es mehr Beschäftigte gibt. Für Arbeitslose war es aber schwierig, von dem Beschäftigungsaufbau zu profitieren“, bedauerte Weise. „Die Dynamik am Arbeitsmarkt im Jahr 2013 war eindeutig schwächer als im Jahr 2012.“

Für das neue Jahr ist Weise ungleich zuversichtlicher - und verweist auf die vielen Frühindikatoren, die auf eine stabile Lage am Arbeitsmarkt hindeuten. Für 2014 rechnet der BA-Manager daher mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit von 2,90 Millionen; dies wären rund 50 000 Erwerbslose weniger als 2013. Weise verwies dabei auf die gute Binnenkonjunktur, die „Stabilisierung der Krisenländer“ und den wieder erstarkenden Export.

Trotzdem sehe er im Jahr 2014 mehrere Herausforderungen, betonte Weise. So habe sich die Bundesagentur vorgenommen, mehr Langzeitarbeitslosen zu einem Job zu verhelfen und dafür zu sorgen, „dass sie in guter Arbeit bleiben“. Zudem müsse mehr Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben gelingen. Jobsucher sollten mit verstärkter Aus- und Fortbildung für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Weise sieht darin eine „Investition, die eine hohe Rendite verspricht, wenn damit Arbeitslose dauerhaft Arbeit finden“. Einen leichten Schub erfuhr der Arbeitsmarkt im Dezember von der Konjunktur. Darauf weist die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitslosigkeit hin: Ohne die im Dezember meist stärker ausfallenden jahreszeitlichen Effekte wäre die Arbeitslosigkeit um 15 000 gesunken. Auch entstehen nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes weiterhin neue Arbeitsplätze. So nahm die Zahl der Erwerbstätigen nach den jüngsten Daten vom November binnen Jahresfrist um 242.000 auf 42,28 Millionen zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte um 359.000 auf 29,83 Millionen zu (Oktoberdaten).

Nahles: Augenmerk auf Qualifizierung legen

Zugleich bemühte sich die Bundesagentur um eine Versachlichung der Debatte um Zuwanderer aus Südosteuropa. Nach Angaben des für Hartz IV zuständigen BA-Vorstandsmitglieds Heinrich Alt gibt es bislang keine Hinweise auf eine verstärkte Armutszuwanderung aus den beiden Ländern. Zudem lebten in Deutschland bedeutend weniger Bulgaren und Rumänen als in Ländern wie Italien und Spanien. Bulgaren und Rumänen brauchen seit dem 1. Januar keine Erlaubnis mehr, wenn sie in Deutschland arbeiten wollen.

Die neue Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bezeichnete die aktuellen Arbeitslosenzahlen als guten Start ins Jahr. Die Daten zeigten, dass die Beschäftigungssituation „sehr wetterfest ist“. Nahles fügte in Berlin hinzu: „Das ist eine gute Nachricht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Sie wies allerdings darauf hin, dass nicht nur die Beschäftigung steige, sondern auch die Zahl der Arbeitslosen. Daher wolle sie ein besonderes Augenmerk auf deren Qualifizierung richten; oft stimme die Ausbildung besonders von Langzeitarbeitslosen nicht mit dem Bedarf auf dem Arbeitsmarkt überein.

dpa

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