Jeder 5. Mitarbeiter musste gehen

Yahoo: Gewinn steigt - Aktionäre enttäuscht

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Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Silicon Valley - Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat das schier unmögliche geschafft: Sie steigerte den Gewinn des Unternehmens um 36 Prozent. Trotzdem sind die Aktionäre sehr unzufrieden.

Der Internetkonzern Yahoo hat zu Jahresbeginn weiteren Boden an die Rivalen Google und Facebook verloren. Vor allem die Einnahmen aus Werbebannern schrumpfen unter der Führung von Firmenchefin Marissa Mayer. Dabei war dieses Geschäftsfeld bislang das Steckenpferd von Yahoo. Dass der Gewinn dennoch stieg, lag an Einsparungen und einträglichen Beteiligungen insbesondere am chinesischen Internetkonzern Alibaba.

"Wir sind zurück im Spiel", sagte Mayer am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz. Die überarbeitete Yahoo-Website und andere neue Dienste kämen gut bei Nutzern und Werbekunden an, versicherte sie. "Es ist zwar noch sehr früh, doch die Fortschritte bei unseren Produkten sind extrem vielversprechend."

In den Geschäftszahlen spiegelte sich diese Einschätzung jedoch nicht wider: Die Einnahmen aus den Bildanzeigen gingen um 11 Prozent zurück. Die Einnahmen aus dem Suchmaschinen-Geschäft, wo Yahoo an Textanzeigen verdient, fielen um 10 Prozent. Die beiden Felder spülen mit Abstand das meiste Geld in die Kasse. Insgesamt schrumpfte der Konzernumsatz um 7 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (835 Millionen Dollar).

36 Prozent mehr Gewinn als 2012 - Analysten trotzdem geschockt

Analysten hatten nicht damit gerechnet, dass Yahoo derart im lebenswichtigen Werbegeschäft schwächelt. Auch der Ausblick fiel für ihren Geschmack zu vorsichtig aus. Nachbörslich setzte deshalb eine Verkaufswelle ein. Die Yahoo-Aktie fiel um mehr als 4 Prozent.

Die Anleger ließen sich auch nicht von einem Gewinn besänftigen, der über den Erwartungen lag. Yahoo verdiente im ersten Quartal unterm Strich 390 Millionen Dollar, umgerechnet 297 Millinen Euro, und damit 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Kehrseite der Medaille: Jeder fünfte Mitarbeiter musste zwischenzeitlich gehen. Ende März arbeiteten noch 11.300 Menschen im Unternehmen.

Mayer hatte schon kurz nach ihrem Amtsantritt bei Yahoo Mitte vergangenen Jahres einen radikalen Umbau angestoßen. Die ehemalige Google-Vorzeigefrau will Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen. Dazu versammelte sie ein neues Führungsteam um sich, schloss unrentable Bereiche und will mit neuen Diensten und Inhalten die Nutzer wieder an Yahoo binden. Damit würde das Unternehmen auch für die Werbekunden interessanter.

Yahoo fehlte es vor allem an neuen Produkten

Google und Facebook hatten dem einstigen Vorreiter im Internet den Rang abgelaufen. Yahoo fehlte es an neuen Produkten, etwa für die boomenden Smartphones. Stattdessen rieb sich das Unternehmen lange in internen Machtkämpfen auf. Die Chefs wechselten in rascher Folge.

Mayer als eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Silicon Valley soll nun die Wende schaffen. Sie machte schon mehrfach Schlagzeilen mit ihrem Führungsstil. Zuerst beorderte sie die von zu Hause aus arbeitenden Beschäftigten ins Büro zurück. Dann kaufte sie dem britischen Teenager Nick D'Aloisio für einen Millionenbetrag seine iPhone-App Summly ab, die Zusammenfassungen von Nachrichten anzeigt. Die Technik soll nun in Yahoo-Produkte einfließen.

Sie suche weiterhin nach „klugen Zukäufen“, sagte Mayer. Auf die Frage, ob sie die Partnerschaft mit Apple intensivieren wolle, antwortete sie ausweichend. US-Medien hatten berichtet, Yahoo wolle verstärkt auf iPhones und iPads präsent sein, um das mobile Geschäft auszubauen.

dpa

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