Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Um 20 Prozent gingen die Ausgaben für Tabakwaren und Alkohol binnen neun Jahren zurück.

Die Deutschen lassen sich von der Wirtschaftskrise ihre Kauflaune offenbar nicht verderben. Speziell in ihre Gesundheit investieren die Bundesbürger mehr denn je, bei Zigaretten und Alkohol sparen sie.

Ein Mausklick genügt, und ein paar Tage später kommt das neue Buch des Lieblingsautors nach Hause. Das schnelle Einkaufen im Internet wird bei den Deutschen immer beliebter. Das geht aus dem aktuellen Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes hervor, das gestern in Berlin vorgestellt wurde. 75 Prozent der Internetnutzer bestellen sich Waren oder Dienstleistungen mittlerweile online.

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Und auch die Deutschen über 55 Jahre entdecken das weltweite Netz für sich. Surften im ersten Quartal 2004 nur 22 Prozent, waren es 2008 schon 36. Die Wirtschaftskrise hat den Deutschen die Kauflaune offenbar nicht verdorben. Bereits 2008 waren die Ausgaben für den privaten Konsum im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent gestiegen.

Trotz der Wirtschaftskrise und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit ist der Konsum im ersten Halbjahr 2009 erneut gestiegen – um etwa 0,65 Prozent. Zurückzuführen ist dies aus Sicht von Ökonomen vor allem auf die Abwrackprämie und den verstärkten Kauf von Neuwagen. Neben der elektronischen Kommunikation (Handy/Internet) investieren die Bundesbürger im Vergleich zu früher deutlich mehr in ihre Gesundheit. Von Medikamenten aus der Apotheke über Inhalatoren bis hin zu Kuren und speziellen Anwendungen wie therapeutischen Magnetfeldtherapien – 17 Prozent mehr Geld als noch vor neun Jahren floss in diesen Bereich.

Für die Nachrichtenübermittlung, also Telefon und Internet, ergibt sich seit dem Jahr 2001 ein Plus von 51 Prozent bei den Ausgaben. Gespart wird dagegen bei Zigaretten und alkoholischen Getränken – ein Minus von 20,5 Prozent melden die Statistiker. Ein Grund könnte die 2004 eingeführte Steuer auf sogenannte Alkopops sein. Aber auch die ständig steigende Tabaksteuer hat ihren Anteil dazu beigetragen – seit 2000 wurde sie acht Mal erhöht, das letzte Mal im Januar 2007.

von Florian Schörner

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