Wirtschaftserholung schneller als erwartet

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Die Europäische Zentralbank sieht Erholung der Wirtschaft.

Frankfurt/Main - Schneller als erwartet geht es in den 16 Euro-Ländern nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank wieder aufwärts. Auch aus den USA kommen nach tiefer Rezession positive Signale.

Deutschland ist nach Worten von Bundesbank-Präsident Axel Weber sogar etwas weiter als die Eurozone. Der starke Binnenkonsum habe zu dem besseren Bild in Deutschland beigetragen. Seiner Überzeugung nach ist aber noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, um die fiskalischen Anreize für die Wirtschaft zurückzufahren. “Wenn der Patient noch an Krücken geht, ist es nicht die Zeit, die Krücken wegzuschlagen“, sagte er am Donnerstag am Rande des Global Economic Symposiums (GES) in Plön.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stimmte in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht verhalten positive Töne an: Die milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogramme könnten stärker wirken als gedacht, die Exporte erholten sich und das Vertrauen an den Märkten könnte schneller wiederkehren. Auch an den Aktienmärkten herrscht weiter gute Stimmung. Der Deutsche Aktienindex (DAX) startete den Tag nach einer deutlichen Aufwärtsentwicklung in den vergangenen Tagen auf dem Jahreshöchststand von über 5600 Punkten, konnte diesen aber im weiteren Verlauf nicht ganz halten.

Konjunktur wird sich bald stabilisieren

Nach dem Absturz in diesem Jahr werde sich die Konjunktur in den Euro-Ländern bald stabilisieren und sich 2010 allmählich erholen. Die EZB erwartet nach ihrer jüngsten Prognose für 2010 ein kleines Wachstum für den Euro-Raum von durchschnittlich 0,2 Prozent. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft voraussichtlich um etwa minus 4,1 Prozent einbrechen. Nach Einschätzung der US-Notenbank ist auch die größte Volkswirtschaft der Welt allmählich auf dem Weg der Erholung.

In fünf ihrer zwölf Distrikte habe sich die wirtschaftliche Lage seit Mitte Juli “verbessert“, in weiteren sechs Bezirken “weiter stabilisiert“, berichtete die Notenbank zur Wochenmitte. Nur im mittleren Westen sei die Lage noch negativ. Insgesamt seien auch die Umsätze im Einzelhandel noch sehr “flach“. Sorge bereitet der Notenbank der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit in den USA liegt derzeit bei 9,7 Prozent, einem Höchststand seit 27 Jahren. Auch die Erholung des Immobilienmarkts lässt noch auf sich warten. Der Zusammenbruch des Immobilien- und Hypothekenmarktes in den USA war wesentlicher Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

EZB-Währungshüter warnen vor Risiken

Trotz des Optimismus warnen die EZB-Währungshüter vor Risiken wie steigende Arbeitslosigkeit, höhere Ölpreise und Protektionismus. Insgesamt rechnen die Währungshüter mit einer “recht uneinheitlichen Erholung“ im Euro-Raum. Nach Ansicht von Bundesbankchef Weber ist Deutschland von einem selbsttragenden Aufschwung noch weit entfernt. “Es gibt keine Anzeichen für einen selbsttragenden Aufschwung“, sagte Weber.

Erst im Jahr 2013 werde das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich wieder den Wert von 2008 erreichen, sagte Weber. Der Bundesbankchef unterstrich die Bedeutung neuer Regeln zur Risikovorsorge und zur Regulierung im Bankensektor. “Das Risikomanagement muss verbessert werden“, sagte er. Weil sich dadurch die Profitabilität der Banken reduzieren werde, sieht Weber auch Auswirkung auf die Gehälter und Bonuszahlungen der Manager. “Banken müssen krisenfest sein, das waren sie in der Vergangenheit nicht.“

dpa

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