Affäre bei US-Großbank

Wells-Fargo-Chef tritt nach Scheinkonten-Skandal zurück

+
John Stumpf räumt seine Posten. Foto: Michael Reynolds

Ohne Autorisierung durch die Kunden wurden bei einer US-Großbank über Jahre Konten eröffnet. Nach Entlassungen und Strafzahlungen in Millionenhöhe zieht nun auch der Chef des Instituts die Konsequenzen.

San Francisco (dpa) - Im Zuge der Affäre um fingierte Konten bei der US-Großbank Wells Fargo räumt Chairman und Vorstandschef John Stumpf seine Posten. Der 63-Jährige habe den Verwaltungsrat über seine Entscheidung informiert, per sofort in den Ruhestand zu gehen.

Das teilte das Geldhaus am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Stumpf war wegen des Skandals massiv unter Druck geraten.

Zum Nachfolger an der Vorstandsspitze des Bankhauses wurde Tim Sloan ernannt, der bislang für das Tagesgeschäft verantwortlich war. Stumpf gibt auch sein Amt als Vorsitzender (Chairman) des Verwaltungsrats ab.

Die Bank hatte vor einigen Wochen eingeräumt, dass Mitarbeiter unter Verkaufsdruck über Jahre hinweg in großem Stil Konten eröffnet hatten, die nicht von Kunden autorisiert worden waren. Wells Fargo akzeptierte im Rahmen eines Vergleichs mit US-Behörden bereits eine Strafe von 185 Millionen Dollar (rund 167 Mio Euro). Weitere fünf Millionen Dollar sollen an geschädigte Kunden fließen. Tausende Angestellte wurden wegen der Affäre gefeuert. Die Sache scheint aber noch nicht ausgestanden. Experten rechnen mit weiteren Strafen, auch die US-Justiz soll wegen möglicher strafrechtlicher Vergehen ermitteln.

Mitteilung von Wells Fargo

Das könnte Sie auch interessieren

William und Kate bringen Glamour nach Hamburg

William und Kate bringen Glamour nach Hamburg

Zwei tote Touristen bei Seebeben auf griechischer Ägäisinsel

Zwei tote Touristen bei Seebeben auf griechischer Ägäisinsel

Deichbrand Festival: Gute Laune bei Flunkyball-Meisterschaft

Deichbrand Festival: Gute Laune bei Flunkyball-Meisterschaft

Mindestens zwei Tote bei Protesten in Venezuela

Mindestens zwei Tote bei Protesten in Venezuela

Meistgelesene Artikel

Urlaub in der Türkei: Wem das Ausbleiben der Deutschen schadet

Urlaub in der Türkei: Wem das Ausbleiben der Deutschen schadet

Diese zwei Kindersitze sind gefährlich, warnt Stiftung Warentest

Diese zwei Kindersitze sind gefährlich, warnt Stiftung Warentest

Daimler bessert mehr als drei Millionen Fahrzeuge nach

Daimler bessert mehr als drei Millionen Fahrzeuge nach

Reaktion auf Brexit: Easyjet gründet Fluggesellschaft in Wien

Reaktion auf Brexit: Easyjet gründet Fluggesellschaft in Wien

Kommentare