Deutschlands Weinproduktion wächst - gegen globalen Trend

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Hunderte Weinexperten sind in Mainz zum 38. Kongress der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) zusammen gekommen. Foto: Fredrik von Erichsen

Mainz ist eine Woche lang Welthauptstadt für Rebe und Wein: Experten aus 46 Ländern beraten über Herausforderungen durch den Klimawandel und neue Markttrends.

Mainz (dpa) - Weltweit ist die Weinproduktion im vergangenen Jahr um sieben Prozent zurückgegangen, die deutschen Winzer aber konnten ihren Ertrag um neun Prozent auf 9,2 Millionen Hektoliter steigern.

Damit festigte Deutschland seinen zehnten Platz bei den Erzeugerländern, wie der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV), Jean-Marie Aurand, auf dem Weltkongress der Organisation in Mainz mitteilte. Beim Weinkonsum stehen die Menschen in Deutschland mit 20 Millionen Hektolitern auf Rang vier, hinter den USA, Frankreich und Italien. Der deutsche Wert ist seit 2010 unverändert.

Weltweit jedoch sei der Weinkonsum seit 2008 ständig zurückgegangen, von 250 auf 240 Millionen Hektoliter, teilte Arnaud mit. Im Außenhandel mit weltweit 104 Millionen Hektolitern Wein ist Deutschland beim Volumen das größte Importland vor Großbritannien und den USA, bei den Exporten nimmt Deutschland immerhin Rang sieben ein, hinter Frankreich, Italien, Spanien, Chile, Australien und den USA.

Die OIV setzt Standards für internationale Bezeichnungen und gibt Empfehlungen für den Weinanbau. Mehr als 450 Wissenschaftler, Verbands- und Regierungsvertreter aus 46 Ländern kamen in Mainz zu 140 Fachvorträgen und Beratungen zusammen, bei denen es vor allem um neue Herausforderungen durch den Klimawandel geht.

Die scheidende Präsidentin der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV), Claudia Inés Quini, sagte, der Klimawandel stelle die Önologie, die Wissenschaft vom Wein, vor große Herausforderungen. Wegen der starken Sonneneinstrahlung und des zunehmenden Zuckergehalts von Trauben suchen die Experten etwa nach Wegen, um den Alkoholgehalt von Wein zu begrenzen.

"Wir setzen auf Qualität, Originalität und Regionalität statt auf Quantität", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser (CDU), zur Eröffnung des Kongresses. Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Ulrike Höfken (Grüne) sprach sich gegen die Verwendung gentechnisch veränderter Rebsorten aus und stellte Erfolge bei der biologischen Schädlingsbekämpfung im Weinbau heraus.

Die OIV wählt am Freitag eine neue Präsidentin. Einzige Kandidatin ist die Leiterin des Instituts für Önologie an der Hochschule Geisenheim im Rheingau, Monika Christmann.

Weltkongress für Rebe und Wein

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