Wegen Schuldenkrise

IWF warnt vor globalem Finanzkollaps

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DAs Bankenviertel in London

Frankfurt/Tokio - Von der Schuldenkrise im Euroraum geht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine große Gefahr für die globale Finanzstabilität aus.

Neben der schnellen Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen seien weitere Schritte nötig, um die Krise dauerhaft zu überwinden und eine Rezession zu verhindern, heißt es in dem am Mittwoch in Tokio vorgelegten „Bericht zur globalen Finanzstabilität“. Neben dem Euroraum drückten auch die hohen Staatsdefizite der USA und Japans das Vertrauen der Märkte.

Schwindendes Vertrauen der Märkte habe in Europa zu einer Kapitalflucht vom Rand in den Kern des Euroraums geführt. Dies bedeute höhere Kreditkosten und eine wachsende Kluft zwischen den „Reichen und Habenichtsen“, stellte der IWF fest.

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Zwar habe die Eurozone wichtige Gegenmaßnahmen eingeleitet, zuletzt im September die Europäische Zentralbank mit der Ankündigung, unter bestimmten Bedingungen Staatsanleihen zu kaufen. Ohne schnell greifende zusätzliche Maßnahmen könnte der zunehmende Druck auf Banken in Europa zu einem Guthaben-Rückgang von 2,8 bis 4,5 Billionen Dollar (2,2 bis 3,5 Billionen Euro) führen. Eine Kreditklemme könnte entstehen, wenn die Banken aus mangelndem Vertrauen weniger Darlehen gewährten.

„Die Verpflichtung zu einer klaren Roadmap für eine Bankenunion und Fiskal-Integration werden zur Wiederherstellung von Vertrauen, Umkehr der Kapitalflucht und Reintegration des Euroraums benötigt“, erklärte der Leiter der IWF-Geldmarktabteilung, José Vinals.

Die einzelnen Staaten müssten ihren Teil dazu beitragen, indem sie eine wachstumsfördernde Politik machten und die Säuberung des Bankensektors abschlössen, sagte Vinals weiter. Er nannte drei Punkte:

- Abbau der Staatsverschuldung und Defizite auf eine Art und Weise, die Wachstum unterstützt,

- Umsetzung von Strukturreformen, um externe Ungleichgewichte zu reduzieren und Wachstum zu fördern,

- Säuberung des Bankensektors, einschließlich der Rekapitalisierung und Restrukturierung überlebensfähiger Banken und Auflösung nicht lebensfähiger Banken.

Diese Anstrengungen seien im Euroraum umzusetzen. Die EZB solle den Banken weiterhin ausreichend Geldmittel zur Verfügung stellen. Von fundamentaler Bedeutung sei eine Bankenunion, „um die schädliche Verbindung zwischen Staaten und inländischen Banken zu brechen“.

dapd

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