Weg in die E-Mobilität

Konkurrenz für VW-Elektroauto: Hyundai konzentriert sich auf E-Autos

Viele Automobilkonzerne richten sich aktuell für eine Zukunft in der E-Mobilität neu aus. Der koreanische Autohersteller Hyundai kündigt jetzt an, das mit besonderer Konsequenz zu tun.

Seoul – Der koreanische Autohersteller Hyundai hat große Schritte auf seinem Weg in die E-Mobilität angekündigt. Man will sich in Seoul nun voll auf die Entwicklung von E-Autos konzentrieren. Hyundai könnte Volkswagen mit seinem VW-Elektroauto zukünftig Konkurrenz machen – und ist in einem Schritt sogar etwas konsequenter, als der Wolfsburger Autobauer, der jüngst Mega-Investitionen in die E-Mobilität angekündigt hatte.

Automobilhersteller:Hyundai
Hauptsitz:Seoul, Südkorea
Gründung:29. Dezember 1967

Konkurrenz für das VW-Elektroauto kommt aus Korea: Hyundai konzentriert sich auf E-Autos

Bei Hyundai in Südkorea steht ein großer Sprung im Feld der E-Mobilität an: Der Konzern plant mit seinen Tochterfirmen im kommenden Jahr etwa 60 Prozent mehr Elektroautos zu verkaufen, als in diesem. Das Ziel des Unternehmens ist es, 2022 weltweit 220.000 E-Autos zu verkaufen. Auch auf längere Sicht hat der Konzern seine Ziele hochgesetzt: Zuletzt hatte Hyundai mit Konzernschwester Kia angekündigt, 2026 rund 1,7 Millionen Batteriewagen abzusetzen – das entspricht 700.000 mehr, als bisher bis 2025 geplant gewesen waren. Der Fokus bei Hyundai ist klar: Er liegt in der E-Mobilität. Es naht Konkurrenz für das VW-Elektroauto.

Schon jetzt ist Hyundai mit seinen Elektroautos gut aufgestellt und kann Volkswagen durchaus Konkurrenz machen. Durch Investitionen in den kroatischen Elektro-Spezialisten Rimac kann das Unternehmen auf besonders innovative Ladetechnik zurückgreifen. E-Autos können so besonders schnell geladen werden: Der Hyundai Ioniq 5 kann an Schnellladestationen in 18 Minuten von zehn auf etwa 80 Prozent geladen werden. Der VW ID.4 braucht im Vergleich dazu über eine halbe Stunde. Auch VW machte zuletzt Forstschritte, was die Kommunikation von E-Autos mit Ladesäulen, oder das kabellose Laden betrifft.

Hyundai, Volkswagen, Toyota und Co. – mit unterschiedlichem Tempo und anderen Prioritäten in die E-Mobilität

Um diesen großen Schritt bewerkstelligen zu können, muss man bei Hyundai Milliarden investieren. Damit ist das Unternehmen nicht alleine, viele Autobauer investieren aktuell große Summen in die Umstellung ihrer Produktion. Auch der japanische Autobauer Nissan hatte kürzlich Milliarden-Investitionen in die E-Mobilität angekündigt und hofft so zu altem Glanz zu finden.

Der Hyundai Ioniq 7: Elektroautos gehört die Zukunft beim südkoreanischen Autobauer.

Doch nicht alle Autobauer verschreiben sich völlig der E-Mobilität: Ebenfalls in Japan, bei Toyota, zeigt man sich noch zögerlich. Auch die Prioritäten sind unterschiedlich: während man bei Volkswagen ein möglichst reichweitenstarkes VW-Elektroauto möchte, gibt man sich bei Toyota pragmatisch und erklärt, man wolle vor allem günstige E-Autos bauen – für wenig Geld würden Kunden auch auf Reichweite verzichten. Der Hersteller stand jüngst wegen seinem Abo-System in der Kritik.

Hyundai stoppt Entwicklung von Verbrennern – Volkswagen hält sich trotz Fokus auf VW-Elektroauto noch eine Hintertür offen

Hyundai lässt keine Zweifel an seinem Fokus für die Zukunft: E-Mobilität. Als Konsequenz daraus hat der koreanische Autobauer die Entwicklung von Verbrennungsmotoren laut Automotive News bereits nahezu vollständig eingestellt. Hyundai-Chef Jaehoon Chang sagte gegenüber dem Portal „Wir konzentrieren uns von nun an auf Elektrofahrzeuge“. Das Unternehmen will bestehende Aggregate aufrüsten, um Abgasrichtwerte zu erfüllen. Zudem sollen Benzin-elektrische Hybridsysteme die Zeit überbrücken, bis die Nachfrage nach E-Autos ausreichend ist.

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Chang erklärte, Produkte für den Antriebsstrang so ausrichten zu wollen, dass sie die neuen Vorschriften erfüllen – neue Verbrennungsmotoren will man bei Hyundai deshalb nicht entwickeln. Investitionen in Verbrennertechnologie werden schrittweise zurückgefahren, während komplett neue Benzin- oder Dieselaggregate bei Hyundai so gut wie keine Rolle mehr spielen sollen. Während neue E-Autos gefragt sind, befinden sich die Preise für gebrauchte Elektroautos im freien Fall.*

Gewisse Zögerlichkeit ist nicht unüblich: Selbst Volkswagen mit seinem VW-Elektroauto hält sich trotz besonderer Anstrengungen im Feld der E-Mobilität immer noch eine Hintertür für den Diesel-Verbrenner offen. Einige Autohersteller setzen auf „Technologieoffenheit“ – Kritiker sehen darin einen Euphemismus für den Verbrenner-Verbleib. Immer wieder kommt daher die Frage auf, wie ernst es Autobauer mit der E-Mobilität meinen. Derweil könnten auch Solarautos bald ein Thema* werden. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Thomas Geiger/dpa-tmn

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