Weil die Rechnung aufgegangen ist

VW & Co. verlängern Umtauschprämien für alte Diesel

Mit bis zu 10 000 Euro Prämie beim Kauf eines Neuwagens versuchen die deutschen Autokonzerne, alte Dieselstinker von der Straße zu holen und Fahrverbote zu vermeiden. Die Rechnung scheint aufzugehen.

Volkswagen, Daimler und BMW verlängern ihre Umtauschprämien für alte Diesel. Volkswagen kündigte am Dienstag an, das Programm werde bis Ende März 2018 laufen. Daimler und BMW zahlen bis Ende Juni 2018 Prämien für die Verschrottung des alten Diesel, wenn der Kunde dafür einen Neuwagen kauft. Die drei Autohersteller hatten die Umtauschprämien auf dem Dieselgipfel Anfang August in Berlin angekündigt, auch Ford und Opel zahlen einen solchen Bonus. Die Aktion sollte eigentlich Ende des Jahres auslaufen.

Volkswagen erklärte, seit Einführung Mitte August hätten schon rund 70.000 Kunden einen Neu- oder Jahreswagen mit der Abgasnorm Euro 6 bestellt und im Gegenzug einen alten Pkw mit Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 verschrottet. Rund acht Prozent der Neuwagenkäufer hätten sich zudem für ein Elektrofahrzeug entschieden, laut VW viermal so viele wie vorher. Die hohe Nachfrage nach dem E-Golf habe sogar zur Einführung einer zweiten Schicht im Werk Dresden geführt.

Eine BMW-Sprecherin sagte der "Automobilwoche", der Hersteller wolle seinen Beitrag für eine saubere Luft in den Städten leisten und habe sich daher entschieden, die Umtauschprämien bis Ende Juni 2018 anzubieten. Auch bei Daimler profitiere von der Umtauschprämie, wer bis Mitte nächsten Jahres ein Auto bestelle, sagte eine Sprecherin der Zeitschrift.

Autobauer werden Geld in Modernisierung stecken

Die Hersteller zahlen derzeit unterschiedliche Prämien je nach Größe des Autos und der Antriebsart des Neuwagens, für den sich ein Kunde entscheidet. Die Grünen nannten die Umstiegsprämien im Sommer ein "fragwürdiges Verkaufsinstrument". Der ADAC riet Neuwagenkäufern dazu, die Angebote genau zu prüfen.

Auf dem Dieselgipfel hatten die Hersteller auch versprochen, insgesamt fünf Millionen Diesel-Pkw der Euro-Normen 5 und 6 mit einem Software-Update nachzurüsten, das die Abgase dieser Autos senken soll. VW, BMW und Daimler sagten zudem zu, Geld zum sogenannten Mobilitätsfonds beizusteuern, mit dem den Kommunen bei der Modernisierung ihrer Verkehrssysteme geholfen werden soll. Alles zusammen soll helfen, Fahrverbote für Dieselautos in Innenstädten und Ballungsräumen zu vermeiden.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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