Dieselgate

Abgasskandal: VW- und Audi-Händler fühlen sich im Stich gelassen

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VW Abgasskandal: VW- und Audi-Händler fühlen sich vom Konzern im Stich gelassen.

Die VW- und Audi-Händler fühlen sich in der Abgasaffäre von dem Autokonzern im Stich gelassen. Laut Medienberichten stehen die Autohäuser unter enormen Druck und hätten wenig Unterstützung.

München - "Das Vertrauen zwischen Händlern und VW ist massiv belastet", sagte der Präsident des Händlerverbands, Dirk Weddigen von Knapp, der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag und warf VW "schlechten Stil" vor. Der Verband vertritt in Deutschland alle 2400 Autohäuser und Servicestandorte von VW, Audi und den Nutzfahrzeugen des Konzerns.

Autohäuser unter enormen Druck

Die Händler bemängeln demnach technische Probleme, die finanziellen Folgen zehntausender Kundenklagen sowie großen Druck des Konzerns auf die Geschäfte der Händler. Der Verband fürchtet deshalb das Aus für viele Autohäuser. "Die Täuschung von VW hat VW-Kunden verärgert", sagte der Verbandspräsident zu dem Skandal um manipulierte Abgaswerte. "Lange waren wir dabei ziemlich gelassen. Aber das ändert sich."

Bei Umrüstung und Rückruf der Dieselautos hakt es

Konkret warf der Verband dem Autobauer vor, dass die Umrüstung der betroffenen Autos nicht wie geplant laufe. So falle das zentrale IT-System, das das richtige Software-Update liefern muss, immer wieder tageweise aus und verursache zusätzliche Kosten. Die Händler wünschen sich demnach auch mehr Unterstützung in Rechtsfragen. Viele Kunden nähmen nach deutschem Recht den Händler in die Pflicht, die dann pro Fall Zusatzkosten von mehr als 2000 Euro hätten.

VW hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests nach unten. Im Zusammenhang mit der Affäre laufen mehrere Gerichtsverfahren.

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

AFP

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