Börsenpläne für Medizintechnik

Siemens schaltet bei Wachstum zurück

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Die Skulptur "The Wings" des Star-Architekten Daniel Libeskind an der neuen Konzernzentrale von Siemens in München. Foto: Matthias Balk

Das Jahr lief rund für Siemens - aber der Blick nach vorn fällt erwartungsgemäß vorsichtiger aus. Mit der Medizintechnik soll nun eines der Zugpferde des Konzerns an die Börse.

München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens stellt sich nach einem guten Geschäftsjahr auf mehr Gegenwind ein. Die Umsätze dürften 2016/17 (30. September) nur noch verhalten zulegen, sagte Konzernchef Joe Kaeser.

Das schwierige geopolitische Umfeld schlage sich weiter auf das Wirtschaftswachstum und Investitionsklima nieder. Für den Gewinn peilt Siemens eine Spanne von rund 5,8 bis 6,1 Milliarden Euro an. Dabei will der Konzern auch von Kostensenkungen profitieren.

Zugleich treiben die Münchner die Börsenpläne der Medizintechnik voran und unternehmen so den nächsten Schritt zur Verselbstständigung der Sparte. Mit einer Börsennotierung bekomme das Geschäft namens Healthineers mehr Eigenständigkeit. "Siemens Healthineers hat bereits Marktanteile gewonnen und verfügt über ein hervorragendes Portfolio an Spitzentechnologien, das wir weiter ausbauen", meinte Kaeser.

Wann und in welchem Umfang Siemens Anteile an die Börse bringt, will der Dax-Konzern später entscheiden und bekanntgeben. Es hänge auch vom Börsenumfeld ab und davon, wie aufnahmefähig der Markt sei, sagte Finanzchef Ralf Thomas. Die Medizintechnik habe ihre Zukunft aber nach wie vor "unter dem Dach von Siemens".

Das abgelaufene Jahr sei eines der besten in der Geschichte gewesen, erklärte Kaeser. Nun werde man weiter mit voller Konzentration an der Umsetzung des Unternehmensprogramms "Vision 2020" arbeiten, mit dem Siemens wachstumsstärker und schlagkräftiger gemacht werden soll.

Im vergangenen Geschäftsjahr schafften die Münchner ein Umsatzplus um fünf Prozent auf 79,6 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 5 Prozent auf 86,5 Milliarden Euro zu. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 5,6 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert von 7,4 Milliarden Euro hatte noch Erlöse aus dem Verkauf des Siemens-Anteils am Hausgerätehersteller BSH an Bosch sowie der Hörgerätesparte enthalten. Kaeser hatte die Prognose angesichts des guten Geschäftsverlaufs im vergangenen Jahr zwei Mal angehoben.

Für das künftige Geschäft sieht der Vorstandschef keinen allzu großen Einfluss der US-Präsidentschaftswahl. Die Aussichten für Medizintechnik und erneuerbare Energien blieben zunächst bestehen, sagte Kaeser. Auch im Iran gebe es weiter Geschäftsmöglichkeiten.

Generell seien der weltweit wachsende Populismus und die sich beschleunigende Migration besorgniserregend, sagte Kaeser: "Nach wie vor überwiegen die daraus resultierenden Unsicherheiten."

Beobachter sorgen sich nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten vor größeren Änderungen in der US-Wirtschaftspolitik und im Verhältnis etwa zum Iran. Bei angekündigten Infrastrukturprojekten in den USA könne Siemens aber Chancen haben, sagte Finanzvorstand Thomas.

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