Leerstand "gibt es nicht mehr"

Vonovia rechnet mit weiter steigenden Mieten

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Der Immobilienriese Vonovia rechnet in den nächsten Jahren mit weiter steigenden Mieten. Foto: Jens Kalaene

Deutschlands größter Immobilienkonzern will künftig jedes Jahr eine Milliarde Euro in Neubau und Modernisierung stecken. Das könnte ihn zum größten Wohnungsentwickler hierzulande machen, meint Konzernchef Buch. Er will zudem die Mieteinnahmen erhöhen.

Düsseldorf (dpa) - Der Immobilienriese Vonovia rechnet in den nächsten Jahren mit weiter steigenden Mieten im selbst verwalteten Bestand von rund 400 000 Wohnungen. In den vergangenen Jahren seien die Mieten durchschnittlich jeweils um 1,5 Prozent gestiegen.

"Ich sehe nicht, warum sich das ändern sollte", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch. Im vergangenen Jahr erhöhte der im Dax notierte Konzern nicht zuletzt dank Mietsteigerungen und einer weiter sinkenden Leerstandsquote seinen operativen Gewinn um ein Viertel auf 760,8 Millionen Euro.

Der Jahresgewinn legte auf 2,5 Milliarden Euro zu - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Hier profitierte Vonovia von einer deutlichen Aufwertung seines Immobilienvermögens. Der Wert ohne Schulden habe sich um gut ein Fünftel auf 17 Milliarden Euro erhöht, so Buch.

Dabei machte sich neben den generell steigenden Immobilienpreisen bemerkbar, dass sich der Konzern mehr und mehr auf Wachstumsregionen und Großstädte konzentriert. "Dass wir eine Wohnung leer stehen haben und Mieter suchen, gibt es nicht mehr, denn unsere Wohnungen sind in Ballungszentren", sagte Buch, dessen Vertrag erst am Montagabend vom Aufsichtsrat um weitere fünf Jahre verlängert wurde.

Um von der starken Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten zu profitieren, will Vonovia 2017 rund 730 Millionen und in den Folgejahren je rund eine Milliarde Euro in Neubau, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. Allein in diesem Jahr sollen dadurch rund 1000 neue Wohnungen entstehen.

In den kommenden Jahren könnten es noch mehr sein, wenn die öffentliche Verwaltung bei den Genehmigungen mitziehe, sagte Buch. Damit könne Vonovia zum größten Projektentwickler im Wohnungsbau in Deutschland werden. Angesichts der Wachstumspläne will Vonvia mittelfristig rund 1000 zusätzliche Handwerker einzustellen.

2017 will der Konzern den Gewinn weiter steigern. Dazu beitragen sollen neben der milliardenschweren Übernahme des Wiener Immobilienunternehmens Conwert auch höhere Mieten, zusätzliche Dienstleistungen rund um Gebäude sowie ein weiter niedriger Leerstand. Für 2017 peilt Vonovia einen operativen Gewinn inklusive Conwert zwischen 890 bis 910 Millionen Euro an.

Vonovia hatte im September angekündigt, Conwert übernehmen zu wollen. Bisher konnte sich der Konzern bereits knapp 72 Prozent von Conwert mit seinen rund 24 500 vorwiegend in Deutschland gelegenen Wohnungen sichern. Seit dem 23. Dezember läuft eine dreimonatige Nachfrist. Diese ist für Conwert-Aktionäre gedacht, die noch nicht das Vonovia-Angebot angenommen haben. Einschließlich Schulden kostet Vonovia die vollständige Übernahme bis zu 2,7 Milliarden Euro. Der Konzern werde Conwert in Deutschland bis Juli vollständig integrieren, sagte Buch.

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