Schadstoffe und reißende Nähte:

Viele Plüschtiere sind kaputt oder giftig

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Kuscheltiere sehen niedlich aus, weisen aber oft Mängel auf.

Berlin - Schlechte Nachrichten für Eltern: Nur wenige Plüschtiere eignen sich laut Stiftung Warentest wirklich zum Kuscheln. Von 30 Kuscheltieren seien gerade einmal acht empfehlenswert, so die Stiftung Warentest.

Dies berichtet die Stiftung Warentest am Donnerstag in der Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift "Test". Bei den anderen rissen entweder Nähte schnell auf, oder das Material enthielt Schadstoffe. Drei getestete Kuscheltiere hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

Für ihren Test kauften die Prüfer der Stiftung Warentest 30 exemplarisch ausgewählte Plüschtiere - von Hasen, Schafen und Affen über Katzen bis hin zu Elefanten und Drachen. Im Labor testeten sie die Spielwaren auf Sicherheit und mögliche Schadstoffe. Überprüft wurde beispielsweise, wie Kinder vor verschluckbaren Einzelteilen geschützt sind, oder ob die Tiere ein Zerren an Armen und Beinen verkraften.

Lediglich ein Hase bestand den Test mit der Bestnote 1,0. Sechs weitere Kuscheltiere befanden die Tester für "gut". Ein Kuscheltier schnitt "befriedigend" ab. Diese acht Plüschtiere bestanden alle Sicherheitsprüfungen.

Weder der Preis noch das Produktionsland seien ein Indiz für Qualität, betonte der für die Untersuchungen der Stiftung Warentest zuständige Bereichsleiter, Holger Brackemann. Die empfehlenswerten Kuscheltiere kosten demnach zwischen fünf und 58 Euro und wurden in Deutschland, Europa, Ägypten und Fernost gefertigt. Sie stammen von den Anbietern Senger Tierpuppen, Spiele Max, Galeria Kaufhof, Kik, Sigikid, Oetinger Natur, Schmidt Spiele und Heunec.

Die anderen geprüften Kuscheltiere fielen durch. Bei drei von ihnen seien die Nähte nicht ausreichend stabil gewesen, das Füllmaterial könne herausgezogen und verschluckt werden, erläuterte Brackemann. "Das kann schlimmstenfalls zum Ersticken führen." Diese drei Plüschtiere entsprachen damit nicht den rechtlichen Vorgaben und hätten gar nicht verkauft werden dürfen. Ihre Hersteller - die Kaufhauskette Karstadt, Käthe Kruse und Steiff - wurden über das Testergebnis informiert.

Im Test auf Schadstoffbelastung schnitt ein Großteil der Plüschtiere schlecht ab. In 19 Fällen sei das Fell mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, sogenannten PAK, belastet gewesen, berichtete die Stiftung Warentest. Mit dem krebserregenden PAK Chrysen waren demnach 13 Plüschtiere verunreinigt; sieben enthielten den vermutlich krebserzeugenden PAK Naphtalin - und das "in deutlichen Mengen".

Krebserregendes Formaldehyd wurde laut "Test" in den Füßen eines Pinguins entdeckt. Phthalate - also Weichmacher, die sich auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken können - wurden in zwei Kuscheltieren gefunden.

"Alle Jahre wieder geben unsere Testergebnisse leider Anlass zur Besorgnis", sagte Brackemann. Seit 2010 habe die Stiftung Warentest 150 Spielzeuge unter die Lupe genommen. Die Bilanz sei "kein Ruhmesblatt für die Spielzeugindustrie". Jedes zehnte Spielzeug sei durchgefallen. Es gebe in den Tests keine andere Branche, die "mit so konstanter Regelmäßigkeit rechtliche Sicherheitsbestimmungen nicht einhält".

Als Konsequenz forderte er, die Spielzeugindustrie zu Prüfungen nach dem GS-Zeichen zu verpflichten. GS steht für Geprüfte Sicherheit. Die Vorgaben für dieses Siegel sind strenger und umfangreicher als die rechtlichen Vorgaben. Bisher ist dieser Test durch ein unabhängiges Prüfinstitut freiwillig. Von den getesteten Plüschtieren trug kein einziges das GS-Zeichen.

AFP

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