Insolvente Fluggesellschaft

Zukunft Tausender Air-Berlin-Beschäftigter bleibt ungewiss

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Leere Schalter der Fluggesellschaft Air Berlin am Flughafen Berlin-Tegel. Foto: Sophia Kembowski

Lufthansa übernimmt nur einen Teil der Air-Berlin-Mitarbeiter. Für die übrigen geht das Bangen weiter. Denn der Rest des Unternehmens lässt sich nicht so schnell verkaufen.

Berlin/Frankfurt (dpa) - Nach dem Zuschlag für die Lufthansa kämpfen die Beschäftigten bei Air Berlin um ihre Arbeitsplätze. Mehrere hundert Mitarbeiter kamen in Berlin zu einer Jobmesse, bei dem sich die Lufthansa-Konzerntochter Eurowings präsentierte.

Nach Air-Berlin-Angaben wurden 1000 offene Positionen angeboten, für fliegendes Personal, aber auch für die Verwaltung. Die Gewerkschaft Verdi forderte Lufthansa unterdessen zu Tarifverhandlungen auf, in denen der Übergang der Beschäftigten geregelt wird.

Der deutsche Marktführer hatte am Donnerstag bekannt geben, von der insolventen Air Berlin 81 Flugzeuge zu übernehmen. "Während man in der Führungsetage bei der größten deutschen Fluggesellschaft in Feierlaune ist, steigt die Verzweiflung bei den Air-Berlin-Beschäftigten", bemerkte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Bis zu 3000 Air-Berlin-Beschäftigte sollen im Lufthansa-Konzern Arbeit finden, vor allem bei der Billigtochter Eurowings. Gut die Hälfte davon muss sich aber neu bewerben - was Gehaltseinbußen bedeuten könnte.

Für mehr als 5000 weitere Air-Berlin-Mitarbeiter gibt es noch keine Perspektive. Air Berlin verhandelt weiter mit Easyjet über bis zu 30 Flugzeuge, die Gespräche ziehen sich jedoch seit Wochen hin. Auch für die Techniksparte wird noch ein Käufer gesucht, zwei Mal wurde die Bieterfrist verlängert. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Donnerstag deutlich gemacht, dass sein Unternehmen keinen Bedarf habe.

Der Wechsel von Beschäftigten zur Lufthansa dürfte aus Gewerkschaftssicht ein Fall für die Arbeitsgerichte werden. "Es wird mit Sicherheit Klagen geben, und wir werden die Beschäftigten dann unterstützen", sagte ein Verdi-Sprecher. Die Betroffenen könnten argumentieren, dass eigentlich ein Betriebsübergang stattfinde, bei dem der Käufer bestehende Tarife übernehmen müsse.

Lufthansa überweist 210 Millionen Euro an Air Berlin - ein Schnäppchen, wie Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle mitteilte, die auch dem Lufthansa-Aufsichtsrat angehört. Zugleich verhalte sich der Konzern zynisch gegenüber den Beschäftigten. Verdi will mit Lufthansa in einem Tarifvertrag festlegen, wie bei Neueinstellungen ausgewählt wird. So könnte etwa bestimmt werden, Air-Berlin-Mitarbeiter bevorzugt einzustellen.

Air Berlin sprach von einer erfolgreichen Jobmesse. Es seien weitere solcher Veranstaltungen geplant, mit der Deutschen Bahn, mit dem Land Berlin und mit weiteren Anbietern. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte, Air Berlin sei auch offen dafür, eine Transfergesellschaft zu bilden. Die Fluggesellschaft könne diese aber nicht finanzieren.

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