"Dramatische Tarifflucht"

Verdi: Nur 30 Prozent der Einzelhändler mit Tarifvertrag

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Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske beklagt eine "dramatische Tarifflucht" im Einzelhandel. Foto: Khang Nguyen/Archiv

Berlin (dpa) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beklagt eine "dramatische Tarifflucht" im Handel. Unter den Einzelhändlern seien nur noch rund 30 Prozent, im Groß- und Außenhandel 21 Prozent der Unternehmen an Tarifverträge gebunden, teilte Verdi mit.

Immer öfter konkurrierten Unternehmen über Lohnkosten statt über Produkte und Dienstleistungen, sagte der Vorsitzende Frank Bsirske. Unternehmen ohne Tarifbindung zahlten oft bis zu einem Drittel niedrigere Löhne als die anderen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) erklärte dazu, die Tarifbindung im Einzelhandel sei stabil. Zusätzlich orientierten sich zahlreiche Unternehmen der Branche an den tariflichen Regelungen.

Bsirske forderte die Arbeitgeberverbände auf, in der Branche künftig Allgemeinverbindlichkeitserklärungen zu ermöglichen. Damit wären auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die nicht in Verband und Gewerkschaft organisiert sind, an die jeweiligen Tarifverträge gebunden. Das Bundesarbeitsministerium kann Tarifverträge auf gemeinsamen Antrag der Tarifparteien für allgemeinverbindlich erklären.

Der HDE nannte eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge den falschen Weg. Um die Tarifbindung in der Branche weiter zu steigern, müsse über die Modernisierung der Tarifverträge gesprochen werden.

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