Verdi macht mit Warnstreiks Druck auf Telekom

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 Eine Fahne mit dem Logo der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di weht in Hannover während eines Warnstreiks. In der Tarifrunde bei der Deutschen Telekom verstärkt die Gewerkschaft ver.di den Druck auf den Arbeitgeber.

Bonn - Drei erfolglose Verhandlungsrunden und kein Angebot der Arbeitgeber: Jetzt zieht die Gewerkschaft Verdi im Tarifpoker bei der Telekom die Daumenschrauben an. Der Konzern gibt sich gelassen.

Im Tarifkonflikt bei der Telekom verschärft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Gangart: Für Montag sind bundesweit zunächst rund 6000 Beschäftigte an verschiedenen Standorten zu Warnstreiks aufgerufen. “Jetzt hilft nur noch Druck auf den Arbeitgeber, um zu einer Lösung zu kommen“, erklärte Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm am Sonntag. In den kommenden Tagen sei mit weiteren Arbeitsniederlegungen zu rechnen. Genauer wollte sich der Gewerkschafter aus “taktischen Gründen“ nicht äußern.

Die bevorstehende vierte Verhandlungsrunde sei “die letzte Chance“ für eine gütliche Einigung. “Die Warnstreiks sind als nachdrückliche Botschaft an den Arbeitgeber zu verstehen: Wir sind für einen Arbeitskampf aufgestellt“, sagte Wilhelm.

Die Telekom sieht sich gut auf den Warnstreik vorbereitet. “Wir sind zuversichtlich, dass die Warnstreiks möglichst wenig Auswirkungen auf die Kunden haben“, sagte Unternehmenssprecher Azrak Husam am Sonntag. Im telefonischen Kundenservice könne es aber zu längeren Wartezeiten kommen.

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Ab diesem Mittwoch kommen die Tarifpartner in Düsseldorf zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Für die rund 85 000 Beschäftigten fordert Verdi 6,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen 70 Euro monatlich mehr erhalten, zudem sollen schlechter bezahlte Ausbildungsberufe auf ein höheres Bezahlungsniveau angehoben werden. Darüber hinaus soll der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bei den T-Systems-Gesellschaften verlängert werden.

Drei Gesprächsrunden waren bislang ohne Fortschritte und ohne ein Angebot der Arbeitgeber geblieben. Die Telekom hatte betont, sie sehe angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage keinen Spielraum für Einkommensverbesserungen. Und alles deutet darauf hin, dass der Konzern bei dieser Haltung bleibt: “Wir haben noch nicht den richtigen Hebel gefunden, um eine Annäherung mit Verdi zu erreichen“, sagte der Sprecher am Sonntag.

Verhandelt wird ab Mittwoch wieder jeweils zwei Tage lang in dre Blöcken und zwar für die Beschäftigten der Konzernzentrale (18./19.4), der Telekom Deutschland mit Mobilfunk und Servicegesellschaften (23./24.4.) sowie der Geschäftskundensparte T-Systems (25./26.4.).

dpa

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