Hoffnungsschimmer für Beschäftigte

Verdi glaubt an Tariflöhne in Karstadt-Luxushäusern

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Eingang des KaDeWe in Berlin. Die Beschäftigten des Karstadt-Luxushauses hoffen auf eine baldige Bezahlung nach Tarif. Foto: Jörg Carstensen

Essen - Es ist ein Hoffnungsschimmer für die leidgeprüften Karstadt-Beschäftigten: Einige von ihnen könnten bald wieder Tariflöhne bekommen. Doch für die große Mehrheit der Belegschaft geht das Bangen weiter.

Beim kriselnden Karstadt-Konzern könnten bald zumindest die 1800 Beschäftigen der Luxus-Warenhäuser wieder nach Tarif bezahlt werden. Dieses Ergebnis zeichne sich in den Tarifverhandlungen ab, die am Dienstag weitergehen sollen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes der "WirtschaftsWoche".

"Für die Mitarbeiter hieße das: Ihr Gehalt steigt, sie erhalten wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld, und sie profitieren von allen künftigen Tarifabschlüssen", sagte er. Für den Großteil der Beschäftigen in den übrigen Warenhäusern und in den Sport-Filialen sei die Situation hingegen komplizierter.

Von Karstadt war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Management und die Gewerkschaft verhandeln seit Wochen über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Die Arbeitgeber fordern Kürzungen etwa beim Weihnachts- und Urlaubsgeld und längere Arbeitszeiten - die Gewerkschaft fordert eine Standort- und Beschäftigungsgarantie sowie die Rückkehr des Konzerns in den Flächentarif. Karstadt hatte den Flächentarif vor rund zwei Jahren verlassen, um nach der Insolvenz im Jahr 2009 finanziellen Spielraum bei der Sanierung des Konzerns zu bekommen.

Zumindest für die Beschäftigten der Karstadt-Luxushäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München zeichne sich nun ab, dass sie bald wieder nach Tarif bezahlt werden könnten, sagte Peukes. Bei den übrigen Häuser sei die wirtschaftliche Lage schwieriger. "Das macht die Sache kompliziert." Dennoch wolle Verdi "in den kommenden Wochen Ergebnisse für alle Karstadt-Bereiche sehen", betonte Peukes. "Nach unseren Berechnungen verdient jeder Karstadt-Beschäftigte im Schnitt 120 Euro pro Monat weniger als das, was ihm nach Tarif zusteht."

Zugleich forderte der Gewerkschafter, dass Karstadt in den kommenden zwei Jahren auf weitere Stellenstreichungen und Standortschließungen verzichte. "Momentan werden 2400 Arbeitsplätze gestrichen. Dass solche Einschnitte an der Substanz eines Unternehmens zehren, das auf Service setzt, liegt auf der Hand." Die verbleibenden 81 Karstadt-Häuser bräuchten nun eine Chance, sich am Markt zu behaupten.

Bericht

dpa

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