HDE: Deutsche wollen Weihnachten so viel ausgeben wie nie

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So viel Arbeit hatte er noch nie. Foto: Bernd Settnik

Berlin (dpa) - Die Deutschen wollen für Weihnachtsgeschenke so tief in die Tasche greifen wie noch nie - das sagt zumindest der Einzelhandel voraus. Die geplanten Ausgaben liegen durchschnittlich bei 447 Euro.

Das ergab eine Umfrage unter rund 38 000 Käufern für den Handelsverband Deutschland (HDE). "Das ist ein Allzeitrekord", sagte Oliver Gansser von der Münchner Hochschule für Oekonomie & Management, die die Umfrage organisierte, in Berlin.

2013 hatten die geplanten Ausgaben nach den Berechnungen der Hochschule bei rund 397 Euro gelegen, 2012 bei 362 Euro. Prognosen von Wirtschaftsberatern gingen bisher eher von einer wachsenden Kaufunlust zum diesjährigen Fest aus.

Verbraucher zeigten sich von der eher eingetrübten gesamtwirtschaftlichen Lage bisher unbeeindruckt, erklärte dagegen HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Das Konsumklima habe sich sogar leicht verbessert, der private Konsum bleibe eine Stütze der Konjunktur. Die Monate November und Dezember gehören für den Handel traditionell zu den umsatzstärksten des Jahres.

Der HDE prognostiziert für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ein Plus von 1,2 Prozent auf 85,5 Milliarden Euro - das sind 0,3 Prozent mehr als bislang erwartet. 2013 spülte das Weihnachtsgeschäft 84,5 Milliarden Euro in die Kassen der Händler - bei einem Jahresumsatz von rund 451 Milliarden Euro.

Andere Umfragen ergaben kürzlich, dass die Deutschen in diesem Jahr eher an Weihnachtsgeschenken sparen wollen. So rechnete die Wirtschaftsberatung Deloitte damit, dass die Deutschen in diesem Jahr im Schnitt 266 Euro für Geschenke ausgeben wollen, bei einer Umfrage von Ernst&Young lag der Schnitt bei 219 Euro, gut 20 Prozent niedriger als 2013.

Gansser erklärt die große Abweichung mit der hohen Anzahl der Befragten und der Tiefe der Interviews. Für den HDE seien beispielsweise nicht allein 1500 Menschen am Telefon befragt worden, sondern 38 835 Menschen zwischen 12 und 99 Jahren beim Einkaufen. In halbstündigen Interviews wurde dabei abgefragt, in welchen Bereichen von Spielzeug bis Wohnmöbeln sie Weihnachtsausgaben planen - und wie hoch. "Das ist keine Prognose", sagte Gansser. "Wir erfassen die Kundenmeinung." Statistisch entspreche das einer Grundgesamtheit von rund 72 Millionen Menschen. Die größere Kauflust erklärt sich Gansser mit sinkenden Sparquoten und Inflationsängsten.

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