US-Abwrackprämie sorgt für kräftigen Schub

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Der Autobauer Ford erholt sich.

Washington - Erste Trendwende auf dem US-Automarkt dank der Abwrackprämie nach deutschem Vorbild: Erstmals seit fast zwei Jahren hat Ford im Juli wieder mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor.

Auch bei der bisherigen Opel-Mutter General Motors ( GM ), bei Chrysler und beim globalen Branchenprimus Toyota verlangsamte sich die US-Talfahrt zumindest deutlich.

Praktisch alle Hersteller erlebten den bisher verkaufsstärksten Monat des Jahres. Die deutschen Autobauer profitierten aber nur zum Teil von der US-Abwrackprämie. Für den gesamten US-Markt schraubten Analysten am Montag ihre Prognosen für das laufende Jahr nun spürbar auf klar über zehn Millionen Stück hoch. Im vergangenen Jahr waren es noch gut 13 Millionen.

Beim zweitgrößten US-Autobauer Ford stieg der Absatz im Juli zum Vorjahresmonat um mehr als zwei Prozent auf knapp 165 300 Fahrzeuge. Das letzte Verkaufsplus hatte der Hersteller im November 2007 vor Ausbruch der Krise erzielt. Im Juni war der Absatz noch um knapp elf Prozent gesunken.

Ford kommt bisher anders als GM und Chrysler ohne staatliche Milliardenhilfen aus und fuhr zuletzt einen Quartalsgewinn ein. GM und Chrysler schafften gerade erst den Neustart nach der Insolvenz.

  GM dämmte den Absatzrückgang auf 19 Prozent ein und verkaufte rund 189 450 Fahrzeuge. Im Juni hatte das Minus noch bei 34 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat seien die Verkäufe gestiegen. Die Produktion in den Nordamerika-Werken soll im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr wieder hochgefahren werden.

Bei Chrysler fielen die Verkäufe zum Vorjahr lediglich noch um etwas mehr als neun Prozent auf 88 900 Autos. Im Juni waren sie noch um 42 Prozent abgestürzt.

Der große Erfolg der erst Ende Juli gestarteten US-Abwrackprämie überraschte Politiker wie Experten - trotz des bekannten Ansturms in Deutschland . In weniger als einer Woche hatten US-Käufer fast die kompletten Staatsmittel von einer Milliarde Dollar aufgebraucht.

Weitere zwei Milliarden Dollar für das Programm “Cash for Clunkers“ (“Bares für Rostlauben“) wurden in Windeseile beschlossen, brauchen aber noch die Zustimmung des Senats. In Deutschland sind im Fördertopf nach einer Aufstockung fünf Milliarden Euro.

Volkswagen legte in den USA im Juli ganz leicht um 0,7 Prozent auf 20 590 Wagen zu. Die Nachfrage sei auch durch die US-Abwrackprämie befördert worden, so der Hersteller.

Bei Daimler, BMW , Audi und Porsche ging es dagegen bergab - bei allen außer BMW allerdings weniger steil als zuletzt. Daimler verkaufte rund 24 Prozent weniger, insgesamt waren es rund 17 650 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart. Trotzdem sei der Juli der bislang stärkste Monat in diesem Jahr gewesen.

Der Absatz der Marken BMW und Mini sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um insgesamt fast 27 Prozent auf 21 250 Fahrzeuge. Besonders schlimm war der Schwund mit fast 32 Prozent bei der Kernmarke BMW, der Mini hielt sich fast stabil. BMW habe nicht von der Abwrackprämie profitiert, sagte Nordamerika-Chef Jim O'Donnell.

Bei Audi ging es um knapp sechs Prozent auf rund 6400 Wagen nach unten und damit etwas weniger als im Vormonat. Der Absatz beim Sportwagenbauer Porsche brach in Nordamerika erneut um 47 Prozent auf rund 1744 ein nach sogar minus 62 Prozent im Juni.

Toyota verkaufte mit 174 900 Fahrzeugen 11 Prozent weniger, hatte im Juni aber noch mehr als ein Drittel nachgegeben. Der Schub durch das “Clunkers“-Programm sei “signifikant“ gewesen. US-Autokäufer erhalten je nach Spritersparnis des Neufahrzeugs bis zu 4500 Dollar (knapp 3200 Euro). Dem ursprünglichen Programm nach sollten rund 250 000 Alt-Fahrzeuge durch neue Modelle ersetzt werden.

Ob die Verkaufsanreize den Markt aber dauerhaft stabilisieren, ist offen. Auch in Deutschland hat die Abwrackprämie mitten in der Krise einen Boom beschert. Allerdings droht 2010 nach Auslaufen der Prämie wegen der vielen vorgezogenen Käufe ein harter Absturz.

dpa

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