Flugzeugabsturz von Wagner

Unister meldet nach Tod des Chefs Insolvenz an

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Firmensitz von Unister in Leipzig: Die Internetfirma entwickelt und betreibt Internetportale beispielsweise mit Informations- oder Ratgeberseiten sowie Buchungsportale.

Leipzig - Auf dem Weg nach Leipzig ist das Flugzeug von Unister-Chef Thomas Wagner abgestürzt. Wenige Tage danach signalisiert ein Insolvenzantrag, dass sein Tod gravierende Spuren im Unternehmen hinterlassen haben muss.

Die Leipziger Internetfirma Unister hat Insolvenz beantragt - vier Tage nach dem Unfalltod ihres Chefs Thomas Wagner. Damit solle die Handlungsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden, teilte Unister auf seiner Internetseite mit.

Eine Begründung für den Insolvenzantrag wurde nicht genannt. Ausdrücklich betonte Unister: "Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe sind nicht von der Insolvenz betroffen."

Das Amtsgericht Leipzig bestätigte den Eingang des Insolvenzantrags, nannte aber keine Details. Einschlägige Insolvenzgründe sind eine eingetretene oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung des Unternehmens. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über den Insolvenzantrag berichtet.

Unister holt sich erfahrenen Insolvenzexperten

Nach Unister-Angaben wurde der Anwalt Lucas Flöther als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Flöther gilt als erfahrener Insolvenzexperte. Bundesweit bekannt wurde der Anwalt, dessen Kanzlei Standorte unter anderem in Leipzig, Halle und Magdeburg unterhält, als ihm 2006 das Verfahren für die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft West übertragen wurde. Es war einer der größten Anlegerskandale in Deutschland, bei dem mehr als 38 000 Anleger um mehrere hundert Millionen Euro geprellt wurden. Zuletzt führte Flöther unter anderem 2014 den Fahrradhersteller Mifa Sangerhausen aus der Insolvenz.

Unister entwickelt und betreibt Internetportale beispielsweise mit Informations- oder Ratgeberseiten sowie Buchungsportale etwa für Reisen wie Ab-in-den Urlaub.de oder Flüge.de. "Die Portale werden von eigenständigen Unternehmen betrieben, die nicht von der Insolvenz betroffen sind", hieß es in der Mitteilung. Der Konzern beschäftigt diesen Angaben zufolge aktuell rund 1100 Mitarbeiter.

"Unfalltod schadet persönlich, gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich"

"Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen" sagte Flöther laut Mitteilung. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens läuft der Mitteilung zufolge ohne Einschränkungen weiter, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert. Insolvenzgeld wird von der Bundesanstalt für Arbeit für den Zeitraum von bis zu drei Monaten gezahlt.

Wagner war am Donnerstag beim Absturz einer Privatmaschine in Slowenien ums Leben gekommen. Das Unternehmen hatte daraufhin mitgeteilte, der Betrieb laufe planmäßig weiter; über die Nachfolge des Geschäftsführers solle so schnell wie möglich entschieden werden. Mit dem Insolvenzantrag übernimmt nun zunächst der Insolvenzverwalter die Regie.

dpa

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