"Unsere Feinde würden Champagner trinken"

Tusk warnt vor destruktiven Folgen des Brexit

+
Donald Tusk.

Berlin - In eindrucksvollen Worten hat EU-Ratspräsident Donald Tusk vor potenziell zerstörerischen Folgen eines Austritts von Großbritannien aus der EU gewarnt.

Update vom 24. Juni 2016: Der Brexit ist beschlossen. Diese Folgen könnte das EU-Referendum für Deutschland haben.

Update vom 23. Juni 2016: Sollte Großbritannien aus der EU austreten, hätte das auch für Premier David Cameron direkte Folgen.

Update vom 20. Juni 2016: Am Donnerstag stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab. Alle aktuellen Infos finden Sie in unserem News-Blog zum Brexit.

"Der Brexit könnte der Beginn der Zerstörung nicht nur der EU, sondern der gesamten politischen Zivilisation des Westens sein", sagte Tusk der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Ein Austritt der Briten würde allen radikalen Anti-Europäern in den EU-Staaten politisch Auftrieb geben.

"Mehr noch: Am Tag des Austritts der Briten würden unsere äußeren Feinde Champagner trinken", fügte der Ratspräsident hinzu. "Wir sollten alles daran setzen, ihnen diese Party zu verderben."

Zugleich widersprach Tusk dem Eindruck, für die Briten würde sich nach einem Austritt wenig ändern: "Jede Familie weiß: Eine Scheidung ist für alle traumatisch." Wirtschaftlich hätte bei einem Brexit jeder in der EU Nachteile, aber vor allem die Briten selbst. Auch geopolitisch wäre es ein "Rückschlag für Großbritannien". Ein Brexit wäre "gefährlich", weil "niemand die langfristigen Folgen vorhersehen" könne.

Briten-Referendum lässt EU-Parlamentarier zittern

"Stimmt für den Austritt!" Der Bus einer Anti-EU-Kampagne parkt in Cornwall. Premier David Cameron dagegen warnt vor dem "Brexit". Foto: str
"Stimmt für den Austritt!" Der Bus einer Anti-EU-Kampagne parkt in Cornwall. Premier David Cameron dagegen warnt vor dem "Brexit". Foto: str © Str
Angestellte in der Innenstadt von London. Laut Gewerkschaftsbund könnte ein "Brexit" vier Millionen Jobs gefährden. Foto: Facundo Arrizabalag
Angestellte in der Innenstadt von London. Laut Gewerkschaftsbund könnte ein "Brexit" vier Millionen Jobs gefährden. Foto: Facundo Arrizabalag © Facundo Arrizabalaga
Brexit-Befürwörter wie UKIP-Chef Nigel Farage sehnen einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU herbei. Foto: Andy Rain
Brexit-Befürwörter wie UKIP-Chef Nigel Farage sehnen einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU herbei. Foto: Andy Rain © Andy Rain
Schwere Wochen für den britischen Premier David Cameron. Foto: Laurent Dubrule
Schwere Wochen für den britischen Premier David Cameron. Foto: Laurent Dubrule © Laurent Dubrule
Kurz vor dem Referendum am 23. Juni steigt die Spannung: Bleibt Großbritannien in der EU oder nicht? Foto: Frank Rumpenhorst
Kurz vor dem Referendum am 23. Juni steigt die Spannung: Bleibt Großbritannien in der EU oder nicht? Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Wie lange noch? Eine britische Flagge flattert vor dem Gebäude der EU-Kommission im Wind. Foto: Laurent Dubrule/Archiv
Wie lange noch? Eine britische Flagge flattert vor dem Gebäude der EU-Kommission im Wind. Foto: Laurent Dubrule/Archiv © Laurent Dubrule

Die Briten stimmen am 23. Juni in einem Referendum darüber ab, ob ihr Land in der EU bleiben soll oder nicht. In jüngsten Umfragen lagen die Brexit-Befürworter mehrfach vorn. In einer Umfrage der aktuellen "Sunday Times" entschieden sich 43 Prozent für den Brexit und 42 Prozent dagegen. Elf Prozent der Befragten zeigten sich unentschieden, vier Prozent gaben an, sich nicht an der Abstimmung beteiligen zu wollen.

Tusk: Brexit würde sieben Jahre dauern

Eine Neuordnung der britischen Beziehungen zur Europäischen Union nach einem EU-Austritt (Brexit) würde nach Einschätzung Tusks sieben Jahre dauern. Alleine eine Auflösung aller vertraglichen Verbindungen würde zwei Jahre in Anspruch nehmen, sagte der Pole der „Bild“-Zeitung (Montag). Jedes einzelne der dann 27 EU-Mitgliedsländer sowie das Europäische Parlament müssten dann einer ausgehandelten Neuordnung zustimmen. „Das wird mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen, und ich fürchte, ohne jede Erfolgsgarantie“, sagte Tusk.

Ein Bier-Barometer für den Brexit

dpa/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kubas neuer Präsident Díaz-Canel: "Sozialismus oder Tod"

Kubas neuer Präsident Díaz-Canel: "Sozialismus oder Tod"

Großbrand auf Reiterhof in Luttum 

Großbrand auf Reiterhof in Luttum 

Motorola bringt neues Moto G6 in drei Ausführungen

Motorola bringt neues Moto G6 in drei Ausführungen

„Run & Bike“ an der Grundschule Wechold

„Run & Bike“ an der Grundschule Wechold

Meistgelesene Artikel

Kampf der Lebensmittelgrößen: Edeka macht Druck - und Nestlé knickt ein

Kampf der Lebensmittelgrößen: Edeka macht Druck - und Nestlé knickt ein

Revolutionäres Gefährt: Flixbus will bald neuen Bus in Deutschland testen

Revolutionäres Gefährt: Flixbus will bald neuen Bus in Deutschland testen

Neue Warnstreiks? Entscheidung im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst steht an

Neue Warnstreiks? Entscheidung im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst steht an

Ruhe vor den Nachbarn: Dieses neue High-Tech-Produkt gibt es bald bei Aldi

Ruhe vor den Nachbarn: Dieses neue High-Tech-Produkt gibt es bald bei Aldi

Kommentare