Umbau der Fluggesellschaften

Tui bringt neuen Ferienflieger mit Air-Berlin voran

+
Tuifly und Air Berlin wollen einen neuen Ferienflieger an den Start bringen.

Hannover - Anfang kommenden Jahres soll ein neuer Ferienflieger an den Start gehen. Die neue Airline ist eine Konsequenz des Umbaus der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. 

Im Zuge des Air-Berlin-Umbaus entsteht ein neuer europäischer Ferienflieger mit Sitz in Wien. Der Tui-Aufsichtsrat billigte die geplante gemeinsame Ferienfluggesellschaft des Reisekonzerns und des Air-Berlin-Anteilseigners Etihad am Mittwoch in Hannover. Er stellte damit eine wichtige Weiche für die Neuordnung, deren Abschluss in den kommenden Wochen erwartet wird.

Der konzerneigene Ferienflieger Tuifly soll demnach in eine neue Einheit unter Führung der Fluglinie aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi integriert werden, die gut 29 Prozent an Air Berlin hält. Gemeinsam sollen Tuifly und die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki mit einer Gesamtflotte von gut 60 Flugzeugen mit einer Sitzplatzkapazität von 15 Millionen Plätzen pro Jahr ein umfassendes Streckennetz von wichtigen Abflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedienen. Die Tui AG soll 24,8 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten, Etihad 25 Prozent. Die übrigen 50,2 Prozent würden durch die bestehende Niki-Stiftung gehalten.

Sanierungsbemühungen für Air Berlin

Das Vorhaben ist Teil der Sanierungsbemühungen für die defizitäre zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin. Tuifly mit 41 Jets ist die deutsche Tochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui, der eine Flotte von 140 Flugzeugen betreibt. Als viertgrößte deutsche Airline kommt sie auf 2400 Mitarbeiter, von denen fast 600 am Konzernsitz Hannover beschäftigt sind - darunter fast 1700 Flugbegleiter und Piloten. Etwa ein Drittel der Flotte wurde an Air Berlin vermietet.

Derzeit finden noch Gespräche zwischen dem Tuifly-Betriebsrat und dem Management über die Umsetzung des Gemeinschaftsunternehmens statt. Ausdrücklich betont der Konzern, dass alle gemachten Standort-Zusagen an die Tuifly-Mitarbeiter weiter Bestand hätten. Dazu gehört eine mindestens dreijährige Standort- und Tarifgarantie.

Tuifly-Besatzungsmitglieder hatten sich nach Bekanntwerden des Vorhabens Anfang Oktober besorgt um Arbeitsplätze und soziale Absicherungen geäußert. Viele von ihnen hatten sich flugunfähig gemeldet und den Flugbetrieb so zeitweise zum Erliegen gebracht.

Air-Berlin soll Kurz- und Langstrecke fliegen

Air Berlin hatte in den vergangenen Jahren einen Rekordverlust nach dem anderen eingeflogen - allein 2015 belief er sich auf fast 450 Millionen Euro. Unter dem Druck von Etihad hatte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler Ende September die Aufspaltung der Fluglinie angekündigt. Mit nur noch 75 Maschinen soll sie sich künftig auf den Netzwerkverkehr auf der Kurz- und Langstrecke konzentrieren. 40 Flugzeuge sollen samt Personal an den Lufthansa-Konzern vermietet werden, der sie vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings einsetzen will.

Der geplante neue Ferienflieger steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen - er dürfte insofern kaum vor Anfang kommenden Jahres an den Start gehen. Zudem befindet sich Etihad noch in Verhandlungen mit Air Berlin. Wörtlich heißt es dazu in der Tui-Erklärung: „Etihad befindet sich in Verhandlungen mit Air Berlin über den Kauf des touristischen Flugbetriebs der Air Berlin, vor allem in Südeuropa und Nordafrika, sowie einschließlich der Beteiligung von Air Berlin an Niki - mit der Absicht, diesen in das Joint Venture einzubringen.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Hitzewelle: 14 Tricks, wie Sie im Büro weniger schwitzen

Hitzewelle: 14 Tricks, wie Sie im Büro weniger schwitzen

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Schützenfest in Kirchlinteln

Schützenfest in Kirchlinteln

Frau hinterrücks vor Zug gestoßen - Mann war polizeibekannt

Frau hinterrücks vor Zug gestoßen - Mann war polizeibekannt

Meistgelesene Artikel

Angeblich war ein Praktikant am Werk: Lidl macht sich über Konkurrenten Aldi, Edeka und Rewe lustig

Angeblich war ein Praktikant am Werk: Lidl macht sich über Konkurrenten Aldi, Edeka und Rewe lustig

Aldi nimmt Trend-Bier ins Sortiment und überrascht mit dem Preis

Aldi nimmt Trend-Bier ins Sortiment und überrascht mit dem Preis

Rückruf bei Netto: bestimmtes Produkt sorgt für Gesundheitsrisiko

Rückruf bei Netto: bestimmtes Produkt sorgt für Gesundheitsrisiko

Schwerer Vorwurf: Diese Magen-Medikament soll Todesfall verursacht haben - Experte warnt

Schwerer Vorwurf: Diese Magen-Medikament soll Todesfall verursacht haben - Experte warnt

Kommentare