Fernreisen und Kreuzfahrten

Trotz Cook-Pleite: Tourismusbranche wächst leicht

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Touristen an einem Badestrand im türkischen Kemer. In der vergangenen Sommersaison war vor allem die Türkei als Reiseziel gefragt. Foto: Marius Becker/dpa

Die Tourismusbranche hat durch die Insolvenz von Thomas Cook schwer gelitten. Am Ende des Geschäftsjahres steht aber vorläufig ein leichtes Plus. Vor allem eine Reiseform wuchs kräftig.

Hamburg/Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Reisebranche ist trotz eines turbulenten Jahres leicht gewachsen. Der Umsatz mit Pauschal- und Bausteinreisen stieg im abgelaufenen Touristikjahr (bis 31. Oktober 2019) nach ersten Berechnungen um zwei Prozent.

Endgültige Zahlen soll es im Februar geben, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) auf seiner Jahrestagung in Hamburg mitteilte. Die Tourismusbranche hatte in diesem Jahr mit den Insolvenzen von Thomas Cook und der Fluggesellschaft Germania zu kämpfen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, boomt auch der Deutschland-Tourismus weiter und peilt das zehnte Rekordjahr in Folge an.

Die vorläufigen DRV-Daten basieren auf Auswertungen des Marktforschungsunternehmens TDA. Erfasst wurden Urlaube, die in klassischen Reisebüros, auf Webseiten der Reiseveranstalter und auf Online-Portalen mit Pauschalreiseschwerpunkt gebucht wurden.

Stornierungen wegen der Insolvenz von Thomas Cook dürften die finalen Zahlen nur noch wenig beeinflussen, schätzt der DRV. Die deutsche Thomas Cook hatte am 25. September 2019 Insolvenzantrag gestellt. Am 9. Oktober wurden zunächst alle Reisen bis Jahresende abgesagt, später auch für das gesamte kommende Jahr. Viele Kunden buchten zeitnah neuen Urlaub. Das hatte bei den übrigen Veranstaltern und in Reisebüros noch einmal kräftig für Umsatz gesorgt.

Zu dem leichten Jahresplus haben laut DRV unter anderem Fernreisen und Kreuzfahrten beigetragen. Der Verband schätzt den Marktanteil der Kreuzfahrten am Gesamtmarkt in Deutschland auf 15 Prozent, mit einem Umsatzplus von 9 Prozent. In der vergangenen Sommersaison war vor allem die Türkei als Reiseziel gefragt. Das Geschäft in Spanien, beliebtestes Auslandsreiseziel, war dagegen rückläufig.

In Deutschland stieg die Zahl der Gästeübernachtungen in den ersten zehn Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 432,3 Millionen. Im Gesamtjahr 2018 waren es früheren Angaben zufolge 477,6 Millionen. Allein im Oktober zählten Hotels und Pensionen 45,7 Millionen Übernachtungen. Das war ein Anstieg um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei den Gästen aus dem Ausland gab es ein Plus von 2,6 Prozent auf 7,7 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Inland nahm im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,5 Prozent auf 38,0 Millionen zu.

Die Branche profitiert seit längerem davon, dass Deutschland-Reisen im Trend liegen. Die Wiesbadener Statistiker berücksichtigen bei ihren Berechnungen Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten.

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