Transnet und GDBA wollen sich zusammenschließen

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Das bisherige Nebeneinander von Transnet und GDBA habe keinen Sinn mehr gemacht, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner.

Frankfurt/Main - Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA haben grünes Licht für einen Zusammenschluss zu einer Organisation gegeben.

Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen sich zu einer neuen Verkehrsgewerkschaft zusammenschließen. Die neue Organisation hätte rund 260 000 Mitglieder und soll unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) arbeiten, teilten die Spitzen beider Organisationen am Freitag in Frankfurt mit. Der neue Name steht noch nicht fest.

Es handelt sich um das größte Zusammengehen von Gewerkschaften in Deutschland seit der Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi 2001 aus fünf Gewerkschaften. Unabhängig davon gibt es bei der Bahn noch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit rund 34 000 Mitgliedern, die sich an dem Zusammenschluss nicht beteiligen will.

Das bisherige Nebeneinander von Transnet und GDBA habe keinen Sinn mehr gemacht, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner. Bereits seit Jahren hatten die beiden Gewerkschaften in einer Tarifgemeinschaft kooperiert. “Grabenkriege und sinnlose Konkurrenz senken den Organisationsgrad“, sagte Kirchner.

Die SPD begrüßte den Zusammenschluss. “Die Beschäftigten bei der Deutsche Bahn AG benötigen gerade angesichts der Ankündigungen im schwarz-gelben Koalitionsvertrag eine starke und schlagkräftige Arbeitnehmervertretung“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer. Die neue Bundesregierung will einen neuen Anlauf zu einer weitgehenden Privatisierung der Bahn starten, sobald der Kapitalmarkt dies zulässt.

Transnet und GDBA erteilten Spartengewerkschaften wie bei den Lokführern eine klare Absage. “Die Starken müssen sich auch für die Schwachen einsetzen“, sagte Kirchner. Aus Sicht der Mitarbeiter sei das Spartenmodell nicht erfolgreich, sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel.

Bei der Deutschen Bahn hatte die kampfstarke GDL zuletzt eigenständige Tarifverträge durchgesetzt. Auch in anderen Bereichen haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend Spartengewerkschaften etabliert, die jeweils nur eine Berufsgruppe vertreten. Als Beispiele gelten die Vereinigung Cockpit für die Piloten oder der Marburger Bund für Ärzte.

Transnet und GDBA wollen die neu zu gründende Gewerkschaft als eine breite Verkehrsgewerkschaft etablieren. Allerdings sollen keine anderen im Verkehrsbereich aktiven Gewerkschaften wie Verdi angegriffen werden. Stattdessen wolle man neue Mitglieder etwa im Straßengüterverkehr werben. “Wir wollen die weißen Flecken organisieren“, sagte Hommel. Den Gewerkschaften zufolge gibt es in Deutschland rund 1,6 Millionen Beschäftigte im Verkehrssektor, von denen etwa 20 Prozent gewerkschaftlich organisiert sind.

Bei der im Vergleich zu Transnet deutlich kleineren GDBA ist für die Gründung der neuen Gewerkschaft noch ein außerordentlicher Gewerkschaftstag im Dezember notwendig. Die GDBA gehört im Gegensatz zur Transnet nicht dem DGB, sondern dem Deutschen Beamtenbund an. Bisherigen Mitgliedern der GDBA soll nach der Gründung der neuen DGB- Verkehrsgewerkschaft allerdings ermöglicht werden, auch weiterhin dem Beamtenbund anzugehören

dpa

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