Umstellung auf E-Mobilität

Toyotas Elektroautos: Lieber günstig als reichweitenstark

Auch der japanische Autobauer Toyota kommt an der Verkehrswende nicht vorbei. In der Umstellung aufs E-Auto zeigt er sich zögerlich – und setzt Prioritäten.

Toyota – Im japanischen Toyota sitzt mit der gleichnamigen Marke einer der größten Autobauer der Welt. Im Jahr 2020 stellte der Autoriese sogar noch mehr Autos her als die Volkswagen AG mit ihren verschiedenen Unterfirmen. Während das VW-Elektroauto bestimmend für die Zukunft des Wolfsburger Konzerns ist, zeigt man sich bei Toyota zögerlich in der Umstellung auf die E-Mobilität. Jetzt hat der japanische Autobauer seine Prioritäten beim Bau von E-Autos erklärt.

Unternehmen:Toyota
Segment: Automobilhersteller (unter anderem)
Hauptsitz:Toyota

Das VW-Elektroauto der Zukunft soll reichweitenstark sein – Toyota setzt den Fokus in der Produktion von E-Autos auf niedrige Preise

Bei den meisten Herstellern von E-Autos spielt eine möglichst hohe Reichweite eine wichtige Rolle – das gilt auch für das VW-Elektroauto. Der japanische Autobauer Toyota hat nun angekündigt, einen anderen Fokus in der Entwicklung von E-Autos zu legen. Der Vizepräsident von Toyota Nordamerika im Bereich Produktplanung und Strategie, Cooper Ericksen, wurde dazu im Gespräch mit dem Portal Green Car Reports konkreter.

Ericksen erklärte, für Toyota wäre Reichweite nicht entscheidend – das Unternehmen will primär auf niedrige Preise setzen. Dabei verglich Ericksen die Reichweite mit PS: Kunden hätten zwar gerne viel Pferdestärke unter der Haube, für günstige Preise würden sie allerdings auch weniger nehmen. Ähnlich verhält es sich mit der Reichweite. Auch die weit verbreitete Reichweitenangst besorgt ihn nicht. Gegenüber Green Car Reports äußerte Ericksen, diese würde ohnehin durch die Gewöhnung der Menschen an Elektroautos nachlassen.

Toyota Pressekonferenz auf der Automesse „Shanghai 2021“. Der Autobauer zögert bei der Umstellung auf Elektroautos.

Toyota will in den nächsten Jahren Milliarden in günstigere Batterien investieren, um so die Kosten seiner Autos zu senken. Ericksen gibt sich nachhaltig: Um langfristig klimafreundlich zu sein, müssten möglichst viele E-Autos verkauft werden, das ginge nur über den Preis. Für ihn ist klar: Möglichst günstige Batteriewagen sind nicht nur besonders verbraucher-, sondern auch umweltfreundlich.

Volkswagen setzt nicht alles auf VW-Elektroautos, doch bei Toyota ist man noch deutlich zögerlicher beim Umstieg auf E-Mobilität

Immer wieder kam unter Kritikern die Frage auf, wie ernst es Autobauer mit dem Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor meinen. Diese Kritik richtete sich auch an VW. Obwohl VW-Boss Herbert Diess sich noch kürzlich gegen einen früheren Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor aussprach, muss dem Konzern eines zugestanden werden: Er tut mehr als die meisten anderen Autobauer für die Umrüstung auf E-Mobilität und das VW-Elektroauto. Im Zwickauer VW-Werk werden Mitarbeiter nun in Escape-Rooms auf die Umstellung vorbereitet. Volkswagen geht neue Wege, dafür soll im Raum Wolfsburg auch ein neues Werk für das VW-E-Auto der Trinity-Reihe entstehen.

Toyota muss sich kritischen Fragen in besonderem Maße stellen: Der Autohersteller zögert deutlich mehr in der Umstellung auf E-Mobilität als andere Wettbewerbsteilnehmer. Der Konzern kündigte an, auch in Zukunft eine breite Palette an Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebstechnologien bauen zu wollen. In Japan ist Toyota damit nicht alleine: Auch Nissan will seine Kunden durch deren Nachfrage über das Ende des Verbrennungsmotors entscheiden lassen – trotzdem hatte Nissan zuletzt Rieseninvestitionen in Elektroautos angekündigt. Unter den japanischen Autobauern hat bisher nur Honda den Verbrenner-Ausstieg bis 2040 angekündigt.

Toyota wagt auch mit seiner Nobelmarke Lexus ersten Elektroauto-Versuch

Während Unternehmen wie Tesla oder Volkswagen mit seinem VW-Elektroauto schon länger in die E-Mobilität investieren, gab es bei Toyota lange nicht ein einziges Elektroauto zu kaufen. Als einer der erfolgreichsten Autohersteller der Welt ist Toyota damit ein besonderer Fall. Doch nun kann sich auch das japanische Unternehmen dem Wandel nicht mehr entziehen – und wagt über seine Untermarke Lexus nun auch erste Schritte im E-Auto-Luxussegment.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Der Lexus UX300 ist der erste vollelektrische Wagen aus dem Hause Lexus: Er kommt spät. In Anbetracht der Entwicklungen der letzten Monate kann es sich der Mutterkonzern Toyota nicht leisten, die verschiedenen Bereiche der Elektromobilität so zu vernachlässigen wie zuvor.

Das Unternehmen setzt nicht so stark auf E-Mobilität wie beispielsweise VW mit seinem VW-Elektroauto. Trotzdem macht auch Toyota nun kleine Schritte in Richtung E-Mobilität. Vielversprechend scheinen für den Autohersteller vor allem günstige Elektroautos, auf sie will Toyota vorerst setzen – nicht auf Reichweite.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © kyodo/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Strompreise und Gaspreise 2022: Für Verbraucher kommt es knüppeldick

Strompreise und Gaspreise 2022: Für Verbraucher kommt es knüppeldick

Strompreise und Gaspreise 2022: Für Verbraucher kommt es knüppeldick
Frau checkt Spam-Ordner - und ist danach um drei Millionen reicher

Frau checkt Spam-Ordner - und ist danach um drei Millionen reicher

Frau checkt Spam-Ordner - und ist danach um drei Millionen reicher
Bahnchef Lutz: Fahrgastzahl wird deutlich steigen

Bahnchef Lutz: Fahrgastzahl wird deutlich steigen

Bahnchef Lutz: Fahrgastzahl wird deutlich steigen
Nach schwerem Unwetter: Straßenhunde dürfen in Ikea-Filiale wohnen - sehen Sie die süßen Bilder

Nach schwerem Unwetter: Straßenhunde dürfen in Ikea-Filiale wohnen - sehen Sie die süßen Bilder

Nach schwerem Unwetter: Straßenhunde dürfen in Ikea-Filiale wohnen - sehen Sie die süßen Bilder

Kommentare