Tourismus in Italien profitiert von Krisen und Terrorangst

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Die Costa Smeralda bei Porto Cervo auf der italienischen Insel Sardinien, ist ein beliebtes Urlaubsziel. Der Tourismus in Italien profitiert von Krisen und der Angst vor Terror, da das Land als relativ sicher gilt. Foto: Marcus Brandt/Archiv

Politische Krisen und Terrorangst setzen traditionellen Urlaubszielen wie der Türkei zu. Auch die Italiener halten sich bei Reisen zurück - davon profitiert nun ihr Heimatland.

Rom (dpa) - Italiens Tourismus rechnet mit einem Rekordsommer. Nach Schätzungen des Hotelverbands Federalberghi wollen 33,3 Millionen italienische Touristen in diesem Sommer Urlaub im eigenen Land machen, das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die unsichere Lage in vielen Urlaubsländern und die Terrorgefahr bescherten ein zusätzliches Plus. "Ich möchte weder zynisch zu sein noch mich über das Unglück anderer freuen, aber die Terroranschläge im Rest Europas und die weltweite Unsicherheit bringen uns viele Touristen", sagte Federalberghi-Präsident Bernabò Bocca dem Online-Portal "ilfoglio.it".

Zudem kämen wieder mehr Luxustouristen - so seien auf Sardinien und Capri so viele Jachten zu sehen wie seit langer Zeit nicht mehr. "Wer an die Côte d' Azur ging, ist jetzt in Versilia und Ligurien, wer nach Griechenland und in die Türkei fuhr, ist heute in Apulien und auf Sizilien", sagte Bocca. "Kurz gesagt, es kommen Reiche unterschiedlicher Nationalität."

Zwar reisten die Amerikaner im Jahr der US-Präsidentschaftswahl statistisch gesehen weniger. Dafür nehme die Zahl der Urlauber aus der arabischen Welt zu, nicht zuletzt, weil der Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr früh beendet gewesen sei. Ein zweistelliges Wachstum gebe es auch bei den Asiaten, und es kämen wieder mehr Russen. "Das wird ein fantastischer Sommer", sagte Bocca.

Die neue Heimatverbundenheit der Italiener treibt auch die Umsätze in die Höhe. Die Tourismusbranche rechnet bis Ende des Sommers mit einem kräftigen Zuwachs von 17,2 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vergleichszeitraum.

Interview mit Bernabò Bocca; Präsident Federalberghi (italienisch)

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