ThyssenKrupp will 20.000 Stellen streichen

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Ein Arbeiter bewegt in der Feuerverzinkungsanlage des ThyssenKrupp-Stahlwerks in Duisburg mit Hilfe einer Fernbedienung einen Kran für den Transport eines Stahl-Coils. ThyssenKrupp will 20.000 Jobs streichen.

Essen - Nach dem schwärzesten Jahr der Firmengeschichte will der größte deutsche Stahlproduzent ThyssenKrupp mit einem drastischen Spar- und Restrukturierungsprogramm rasch wieder in die schwarzen Zahlen kommen.

Durch Firmenverkäufe und Stellenabbau werde sich die Zahl der Beschäftigten des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr um 20.000 auf rund 167.000 reduzieren, kündigte Konzernchef Ekkehard Schulz am Dienstag - nach einem vorab verbreiteten Manuskript - bei der Präsentation der Jahresbilanz 2008/2009 in Essen an. Der größte Teil der Mitarbeiterreduzierung beruhe auf Firmenverkäufen, sagte der Manager. Doch sollen auch 5.000 Stellen gestrichen werden. Alle wesentlichen Personalmaßnahmen seien mit den Arbeitnehmervertretern einvernehmlich beschlossen worden, betonte der Konzernchef.

2008/2009: Fast 2 Milliarden Euro Nettoverlust

Die weltweite Konjunkturkrise hatte dem Essener Konzern im Geschäftsjahr 2008/2009 das schlechteste Ergebnis der Unternehmensgeschichte beschert. Vor Steuern musste der Stahlriese einen Verlust von knapp 2,4 Milliarden Euro ausweisen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 1,9 Milliarden Euro. Neben dem Konjunktureinbruch belasteten dabei hohe Restrukturierungsaufwendungen, Wertberichtigungen und die Anlaufkosten für die neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA das Ergebnis. Der Umsatz sank wegen der Wirtschaftsflaute um 24 Prozent auf 40,6 Milliarden Euro. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Konzern deshalb die Zahl der Mitarbeiter um fast 12.000 reduziert.

Niveau vor der Krise erst wieder 2012 erwartet

Der Essener Konzern rechnet nicht mit einer raschen Konjunkturerholung. “Das Niveau von 2008 wird aus unserer Sicht frühestens im Jahr 2012 wieder erreicht“, sagte Schulz. Für 2010 sieht der Konzern sogar noch die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags. Dank der eingeleiteten Kostensenkungsprogramme will ThyssenKrupp dennoch schon im laufenden Geschäftsjahr eine signifikante Ergebnisverbesserung erreichen. Angestrebt werde ein um Sondereinflüsse beeinigtes Ergebnis vor Steuern in niedriger dreistelliger Millionenhöhe, sagte Schulz. Der Konzern will möglichst rasch wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren. Ziel sei mittelfristig einen Umsatz von 50 bis 60 Milliarden Euro und ein Vorsteuerergebnis von über 4 Milliarden Euro, sagte Schulz. Dazu will der Konzern vor allem seine Präsenz in den Schwellenländern Indien, China und Brasilien ausbauen.

AP

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