Strompreise steigen

Tennet und 50Hertz erhöhen Netzentgelte

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Eine Hochspannungsleitung von Netzbetreiber Tennet steht bei Beckedorf im Landkreis Schaumburg. Foto: Julian Stratenschulte

Nach dem Netzbetreiber Tennet hat auch 50Hertz eine Preiserhöhung zum nächsten Jahr angekündigt. Damit müssen sich die Stromkunden in den Versorgungsgebieten der beiden Unternehmen auf steigende Preise einstellen.

Berlin (dpa) - Der Netzbetreiber 50Hertz will seine Netzentgelte im nächsten Jahr nach vorläufigen Berechnungen um rund 45 Prozent anheben. Grund seien die rund 350 Millionen Euro hohen Kosten für die Stabilisierung und das Management der Stromnetze, teilte ein Sprecher des Unternehmens in Berlin mit.

Wegen der schwankenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne müssten immer wieder Kraftwerke zu- oder abgeschaltet werden. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden bedeute die Erhöhung Mehrkosten von rund 15 Euro im Jahr.

Bereits am Vortag hatte der Netzbetreiber Tennet eine Preiserhöhung von 80 Prozent im nächsten Jahr angekündigt. Die Kunden im Tennet-Versorgungsgebiet werden im kommenden Jahr rechnerisch rund vier Prozent mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Das ergab eine Modellrechnung des Internet-Portals Verivox. In das Rechenmodell einbezogen sind neben der angekündigten Erhöhung der Netzentgelte um 80 Prozent auch ein plausibler Anstieg der EEG-Umlage auf 7,2 Cent je Kilowattstunde und Entlastungen beim Strompreis an der Leipziger Strombörse.

Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden müsste demnach mit Mehrkosten von 44 Euro im Jahr rechnen. Das ist eine rechnerische Größe; wie stark die Stromversorger ihre Preise tatsächlich verändern, ist noch nicht absehbar. "Leider machen sich die Kosten der Energiewende neben dem EEG nun auch verstärkt im Netzbereich bemerkbar", sagte Verivox-Experte Jan Lengerke.

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