Gesamtverband (GDV)

Hohe Sturmkosten für Versicherer - Mehr Einnahmen insgesamt

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Unwetter in Süddeutschland. Foto: Jan-Philipp Strobel

Die Versicherungsbranche legt weiter zu. Erstmals flossen mehr als 200 Milliarden Euro an Beiträgen. Eine Sparte hat jedoch Probleme - das hat auch mit dem Wetter zu tun.

Berlin (dpa) - Die Deutschen schließen seltener Lebensversicherungen ab, trotzdem sind die Beitragseinnahmen der Branche weiter gestiegen.

Die Sachversicherer litten unter den vierthöchsten Sturmschäden der vergangenen 20 Jahre. Unterm Strich fällt die Jahresbilanz der deutschen Versicherungswirtschaft für 2018 positiv aus: Die Beitragseinnahmen stiegen um 2,1 Prozent auf 202,2 Milliarden Euro.

Dabei legte auch die Sparte Lebensversicherung mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 91,9 Milliarden Euro zu, wie der Gesamtverband (GDV) am Dienstag mitteilte. Die niedrigen Zinsen führten dazu, dass nur noch ein Drittel der Neuverträge Policen mit klassischer Zinsgarantie waren. Die durchschnittliche Versicherungssumme stieg. In der betrieblichen Altersversorgung waren Direktversicherungen stark gefragt, für die es seit einem Jahr eine günstigere gesetzliche Grundlage gibt.

Bei der Riester-Rente stieg die Zahl der Neuverträge indes 2018 um 5,1 Prozent auf 298 000. Dennoch ist aus Sicht des GDV eine Reform dieser staatlich geförderten Altersvorsorge nötig, sagte Verbandspräsident Wolfgang Weiler in Berlin. Er schlug eine vereinfachte, online abschließbare Riester-Versicherung als Standardprodukt vor. Der GDV lehnt ein Pflichtsystem nach dem Vorbild des schwedischen Pensionsfondsmodells ab. Mehr als 16 Millionen bereits abgeschlossene Riester-Verträge belegten den Erfolg dieser freiwilligen Zusatzrente.

In der Schaden- und Unfallversicherung haben Stürme die Versicherungsunternehmen stark belastet. Die Wohngebäudeversicherer überwiesen im vorigen Jahr Leistungen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro an die Betroffenen, im Vergleich zu 2017 waren das 1,1 Milliarden Euro oder 20 Prozent mehr. Größter Kostenfaktor blieben aber die üblichen Wasserschäden.

Damit sei die Sparte nach kurzer Erholung wieder in die roten Zahlen gerutscht, sagte Weiler. Die Ausgaben der Wohngebäudeversicherungen lagen um acht Prozent über den Beitragseinnahmen. Für die Sachversicherung insgesamt sei ein Verlust von 600 Millionen Euro entstanden. Weiler wies drauf hin, dass 57 Prozent der Wohngebäude in Deutschland noch nicht gegen Elementarschäden versichert seien. Damit fehle den Eigentümern der finanzielle Schutz gegen Starkregen, Schneelast und Erdrutsche.

Autofahrer erhielten 2018 mehr Geld von den Versicherungen. Die Leistungen der Kraftfahrtversicherung wuchsen um 2,7 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Als Hauptursache nannte Weiler den fortgesetzten Preisanstieg bei Ersatzteilen, besonders designgeschützte Teilen. So seien Rückleuchten binnen fünf Jahren um 50 Prozent teurer geworden. Der Designschutz verhindere Wettbewerb, kritisierte der GDV-Präsident. Sichtbare Karosserieteile sollten von diesem Schutz ausgenommen werden.

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