Totz niedriger Preise an der Börse

Altmaier: Darum wird Strom immer teurer

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Umweltminister Peter Altmaier

Berlin - Die Deutschen müssen immer mehr für eigentlich billigen Strom zahlen. Umweltminister Peter Altmaier hat nun erklärt, warum das so ist. Konkret gibt es drei Gründe.

An der Börse ist der Strompreis derzeit rekordverdächtig niedrig. Trotzdem haben die Anbieter die Preise kräftig erhöht. Die Verbraucher müssen also immer mehr für eigentlich günstigen Strom bezahlen. Doch woran liegt das? Die "Bild"-Zeitung stellte Umweltminister Peter Altmaier in einem Interview zur Rede. Gegenüber dem Blatt erklärte der CDU-Politiker: "Das hat drei Ursachen: Erstens müssen wir immer mehr Erzeugern von Erneuerbaren Energien Strom zu einem garantierten Preis abkaufen. So steht es im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz, Anmerkung der Redaktion). Zweitens: Gas und Kohle sind auf den Weltmärkten derzeit günstig, das drückt ebenfalls den Strompreis. Und drittens geben die Stromversorger den niedrigen Börsenpreis nicht ausreichend weiter.​"

Deshalb wolle er bis August auch die Ökostromumlage einfrieren. Für diesen Vorstoß erntete der Umweltminister in den vergangenen Wochen viel Kritik. Trotzdem hält Altmaier an seinen Plänen fest: "In den nächsten Tagen lege ich mit dem Wirtschaftsministerium eine abgestimmte Regierungsposition vor. Damit gehe ich am 14. Februar zu den Umwelt- und Energieministern der Länder. Dann stimmen am 21. März Bund und Länder die Pläne mit Kanzlerin Merkel ab, damit das Gesetz noch vor der Sommerpause im Juli ins Parlament geht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies zu schaffen ist", sagte er der "Bild".

So viele Deutsche wie nie zuvor wechselten Stromanbieter

Am meisten Ökostrom-Umlage kassiert übrigens Bayern. Die Besitzer von Windparks, Solar- und Biogasanlagen aus dem Freistaat profitierten 2012 von einem Plus in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurden. Bayerische Anlagenbesitzer kassierten rund 3,5 Milliarden Euro Vergütungen zur Förderung erneuerbarer Energien. Die bayerischen Stromverbraucher zahlten aber nur 2,3 Milliarden Euro an Ökostrom-Umlage, so dass unter dem Strich 1,2 Milliarden Euro von den übrigen Stromkunden in Deutschland aufgebracht wurden.

Aufgrund der steigenden Strompreise hatten knapp zwei Millionen Verbraucher zum Jahreswechsel den Vertrag mit ihrem aktuellen Stromanbieter gekündigt und sich einen neuen gesucht. Das teilte das Internetvergleichsportal Verivox am Mittwoch mit. Im Zeitraum zwischen November 2012 und Januar 2013 wechselten damit so viele Menschen den Stromanbieter wie nie zuvor. Der Grund für die aktuelle Wechselwelle auf dem Strommarkt seien die deutlichen Preissteigerungen von rund 12 Prozent zum Jahresanfang, hieß es weiter. Rund jeder zweite Kunde habe dabei den Anbieter zum ersten Mal gewechselt. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Kreutzer Consulting hatte Verivox eine neue Wechslerstudie Energie erstellt.

dpa/mm

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