Strom ist wieder billiger als vor Fukushima

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Strom ist wieder billiger - allerdings nur für Großkunden.

Düsseldorf - Rezessionsängste, der milde Winter und billige CO2-Zertifikate drücken die Strompreise. Doch viele Normalverbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen.

Trotz der Abschaltung von acht Altreaktoren im Zuge der Energiewende ist Strom in Deutschland zurzeit billiger als vor Fukushima - zumindest für große Industriekunden und Stromversorger. An der Leipziger Strombörse EEX fiel der Preis für 2013 lieferbaren Grundlaststrom zum Jahresbeginn auf nur noch rund 52 Euro je Megawattstunde. Das sind rund zwei Euro weniger als in den Wochen vor der japanischen Atomkatastrophe im März 2011.

Normalverbraucher haben davon allerdings nichts. Im Gegenteil: Nach einer Marktübersicht des Verbraucherportals Verivox erhöhten zum Jahreswechsel 139 Stromanbieter ihre Preise um durchschnittlich vier Prozent.

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Der beschleunigte Atomausstieg nach der japanischen Reaktorkatastrophe hatte im März vergangenen Jahres zunächst zu einem sprunghaften Anstieg der Preis an der Leipziger Strombörse geführt. Zeitweise kostete die Megawattstunde Grundlaststrom über 60 Euro, ein Aufschlag von deutlich über zehn Prozent gegenüber dem Preisniveau unmittelbar vor der Krise. Doch begannen die Preise schon im Sommer wieder zu bröckeln.

Für den unerwarteten Preisverfall machte der Chef des auf die Energiebranche spezialisierten Analysehauses Energy Brainpool, Tobias Federico, am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd vor allem die Rezessionsängste verantwortlich. Auch der milde Winter sei psychologisch sehr wichtig.

Analyst Krawinkel beklagt mangelnden Wettbewerb

Der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, verwies außerdem auf die drastisch gesunkenen Preise für CO2-Zertifikate und den preisdämpfenden Einfluss der erneuerbaren Energien. Mit einem deutlichen Wiederanstieg der Preise rechnet Krawinkel vorläufig nicht. Europaweit herrsche “sicher kein Strommangel“, sagte er.

Warnungen vor einer Preisexplosion durch die Energiewende und eine damit verbundene Gefährdung von Arbeitsplätzen haben sich damit bislang nicht bewahrheitet.

Ob irgendwann auch Normalverbraucher auf Preissenkungen hoffen können, scheint aber zumindest vorläufig zweifelhaft. Denn nach Einschätzung von Krawinkel haben sich viele Energieversorger in den vergangenen Monaten am Terminmarkt zu relativ hohen Preisen eingedeckt und sitzen jetzt auf diesen teuer eingekauften Strommengen. Außerdem sei der Wettbewerb auf dem Energiemarkt noch immer mangelhaft.

dapd

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