Verpackungsentsorgung

Streit um Zukunft des „Grünen Punkt“

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Symbolbild

Berlin - Die Kommunen würden am liebsten die Verpackungsentsorgung - Stichwort Grüner Punkt - selbst übernehmen. Sie könnten das günstiger, sagen sie. Diese Attacke bringt die privaten Entsorger in Wallung.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) plädiert für eine Abschaffung der Wertstoffsammlung über den Grünen Punkt. „Allein die Existenz der dualen Systembetreiber kostet den Verbraucher jährlich rund 120 Millionen Euro, ohne dass ein gelber Sack eingesammelt worden ist“, sagte VKU-Chef Hans-Joachim Reck der Bild. „Die Verpackungsentsorgung in Deutschland ist teuer und die ökologische Bilanz ist schlecht“, fügte er hinzu. Dies könnten Kommunen günstiger und besser organisieren. Die private Entsorgungswirtschaft wies diese Behauptung als Unwahrheit zurück.

Das Duale System Deutschland (DSD) war vor 22 Jahren gegründet worden, um der wachsenden Müllberge durch Recycling Herr zu werden. Seitdem organisiert es die Wiederverwertung von Verpackungsmüll wie Joghurtbecher oder Konservendosen. Diese tragen einen grünen Punkt, für dessen Verwendung die Hersteller dem DSD Lizenzgebühren zahlen, die nach Material und Gewicht der Verpackung berechnet werden. Das Recycling ist ein Milliardengeschäft für die privaten Entsorger.

Erst am Mittwoch hatte das DSD eine Preiserhöhung um bis zu acht Prozent für die Hersteller von Verpackungen angekündigt - dies nutzt der VKU nun für Werbung in eigener Sache. Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft betonte, der VKU werbe „lautstark und faktenarm dafür, die Verpackungsentsorgung als neues Monopol auszugestalten“. Dies geschehe unter dem Deckmantel, eine Leistung vermeintlich günstiger anbieten zu können. „Dabei wird vergessen, dass sich Preise in einer Wettbewerbsordnung auf Grund von Angebot und Nachfrage bilden.“ So einem Wettbewerb würden sich die kommunalen Monopole mit ihren Gebührenordnungen komplett entziehen.

Seit Jahren streiten sich Kommunen und private Entsorger um Zugriffsrechts, etwa für lukrative Wertstoffe. Der Vorstandschef des Recyclingunternehmens Alba, Axel Schweitzer, betonte, seit Gründung des DSD hätten sich die Kosten für die Bürger durch den Wettbewerb mehr als halbiert. Die Recyclingquote sei bei Verpackungen auf 73 Prozent gestiegen. „Die Rechnung für ein kommunales Monopol wird am Ende der Bürger über steigende Abfallgebühren bezahlen“, meinte er.

dpa

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