Pilotengewerkschaft

Streiks bei Ryanair noch in diesem Jahr

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Ryanair hat bislang die Verhandlungen mit Gewerkschaften grundsätzlich abgelehnt. Foto: Roland Weihrauch

Frankfurt/Main (dpa) - Die angekündigten Pilotenstreiks beim irischen Billigflieger Ryanair sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Man sei bei der Planung in enger Abstimmung mit den übrigen europäischen Gewerkschaften, sagte der Präsident der deutschen Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Ilja Schulz, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei auch davon auszugehen, dass zwischen den Arbeitskampfankündigungen und tatsächlichen Ausständen nicht allzu viel Zeit vergehen werde.

Konkrete Streiktermine an den zehn deutschen Ryanair-Basen werde man so rechtzeitig bekanntgeben, "dass Familien nicht mit ihren Koffern auf den Flughäfen stehen müssen", kündigte der Gewerkschafter an.

Auf der anderen Seite wolle man der Fluggesellschaft aber mögliche Gegenmaßnahmen erschweren. "Unsere Maßnahmen müssen auch sitzen." Ausgenommen seien nur die Weihnachtstage vom 23. bis zum 26. Dezember.

Europaweit werfen Gewerkschaften dem Unternehmen unsoziale und ausbeuterische Arbeitsbedingungen vor. In ganz Europa seien die Piloten nicht mehr bereit, das willkürliche Ryanair-System hinzunehmen, erklärte Schulz. "Der Frust ist größer als die Angst."

Die VC hatte am Vortag Streiks an den deutschen Standorten des europaweit agierenden Billigfliegers angekündigt. Auch in Portugal, Italien und Irland wurden die Ryanair-Piloten von den dortigen Gewerkschaften zu Streiks aufgerufen. Die Italiener wollen bereits an diesem Freitag für vier Stunden die Arbeit niederlegen. Die irische Pilotenvereinigung IALPA kündigte einen eintägigen Streik für den 20. Dezember an.

Ryanair hat bislang die Verhandlungen mit Gewerkschaften grundsätzlich abgelehnt, die sie konkurrierenden Airlines wie Lufthansa oder Aer Lingus zurechnen. Nach der Streikankündigung in Dublin hat das Unternehmen möglichen Streikteilnehmern zudem mit finanziellen und dienstplantechnischen Nachteilen gedroht, weil sie die Vereinbarungen mit Ryanair verletzten.

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