Börse in Frankfurt

Erstarkender Eurokurs bremst Dax weiter aus

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Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Christoph Schmidt/Illustration

Frankfurt/Main (dpa) - Der steigende Eurokurs hat erneut für eine maue Stimmung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Leitindex Dax schloss 0,34 Prozent tiefer bei 13 200,51 Punkten und knüpfte so an die schwache Vorwoche an.

Da die US-Börsen wegen des Feiertags "Martin Luther King Day" als Impulsgeber ausfielen, blieben auch die Handelsumsätze vergleichsweise dünn.

"Knapp 1,23 US-Dollar mussten in der Spitze heute für einen Euro bezahlt werden", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Das ist der höchste Stand seit mehr als drei Jahren und allein in diesem noch sehr jungen Jahr ein Plus von fast drei Cent. Die Rally der Gemeinschaftswährung geht weiter, auch weil die Europäische Zentralbank (EZB) in den Startlöchern für eine Normalisierung ihrer Geldpolitik steht."

Ein starker Euro gilt als Belastung für die exportstarken deutschen Unternehmen, da es ihre Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums tendenziell verteuert. Einige Beobachter sehen in den nächsten Tagen sogar die 13 000-Punkte-Marke im Dax gefährdet.

Bereits vergangene Woche war das Protokoll der jüngsten EZB-Zinssitzung am Markt als Signal für eine näher rückende Straffung der nach wie vor extrem lockeren Geldpolitik interpretiert worden. Dieser Einschätzung gab der estnische Notenbankchef Ardo Hansson am Montag neue Nahrung: Mit ihm trat ein weiteres führendes EZB-Mitglied für einen baldigen Ausstieg aus dem milliardenschweren Wertpapierkaufprogramm der Währungshüter ein. Zudem stützt seit dem vergangenen Freitag die Aussicht auf eine Regierungsbildung in Deutschland die Gemeinschaftswährung.

Der MDax, in dem sich die mittelgroßen deutschen Unternehmen versammeln, verlor zum Wochenstart 0,48 Prozent auf 26 802,75 Punkte. Der Technologie-Index TecDax sank um 0,40 Prozent auf 2653,28 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es indes letztlich nur um 0,02 Prozent auf 3611,81 Punkte nach unten. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls leicht nach.

Zuletzt kostete der Euro noch 1,2265 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs davor auf 1,2277 (Freitag: 1,2137) Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8145 (0,8239) Euro gekostet. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 139,94 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,08 Prozent auf 160,41 Punkte.

Favorit der Anleger im Dax war am Montag ProSiebenSat.1 mit einem Kursplus von 1,93 Prozent auf 30,05 Euro. Nachdem eine Gewinnwarnung im November die Aktie auf ein Mehrjahrestief gedrückt hatte und Anleger sogar um den Verbleib des Medienkonzerns im Dax gezittert hatten, ist es wieder spürbar nach oben gegangen.

Die Anteilscheine von Adidas gehörten mit einem Anstieg von 0,42 Prozent ebenfalls zu den besten Werten im deutschen Leitindex. Finanzchef Harm Ohlmeyer hatte der "Börsen-Zeitung" gesagt, dass der Sportartikelkonzern seinen Marktanteil in den USA deutlich steigern wolle, und nannte 15 bis 20 Prozent als mittelfristiges Ziel.

Im MDax ging es für die Metro-Aktien nach vorläufigen Umsatzzahlen für das erste Geschäftsquartal 2017/18 um 3,83 Prozent bergab. Die Erlöse des Handelskonzerns waren im wichtigen Weihnachtsquartal nur leicht gestiegen und hatten die Markterwartungen verfehlt. Schlusslicht im MDax waren aber die Papiere von Steinhoff, die um 4,17 Prozent auf 0,393 Euro abrutschten.

Dagegen ging es für die Aktien des Automobilzulieferers und Industriekonzerns Schaeffler um 1,63 Prozent auf 15,555 Euro nach oben - den höchsten Stand seit Ende Mai 2017. Er hatte die Anleger mit Eckdaten für das vergangene Jahr überzeugt, denen zufolge der währungsbereinigte Umsatzanstieg höher ausgefallen ist erwartet. An der TecDax-Spitze gewannen die Anteilscheine des Windturbinenherstellers Nordex satte 8,37 Euro.

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