Fusion ThyssenKrupp mit Tata

Stahlkocher wollen bis Freitag Klarheit über Jobverluste

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Der Button "I love Stahl" hängt während der Betriebsversammlung in Duisburg am Sakko von Günter Back, dem Betriebsratsvorsitzenden der Thyssenkrupp-Stahlsparte. Foto: Roland Weihrauch

Die Stahlkocher von Thyssenkrupp fühlen sich bei der Fusion mit Tata nicht ausreichend informiert. Sie wollen Zahlen zu den geplanten Jobverlusten - und stellen dem Vorstand ein Ultimatum.

Duisburg (dpa) - Die Beschäftigten der Thyssenkrupp-Stahlsparte fordern vom Vorstand bis zu diesem Freitag Klarheit über die Stellenverluste bei der geplanten Fusion mit Tata.

"Die angekündigten 2000 Jobs, die weg gehen, werden nicht alles sein", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE), Günter Back, in Duisburg. Zuvor waren Mitarbeiter an zehn Standorten zu außerordentlichen Betriebsversammlungen zusammengekommen. Der Betriebsrat verlangt vom Unternehmen eine Beschäftigungsgarantie bei der Fusion mit dem indischen Konzern.

"Wir nehmen die Forderungen der Arbeitnehmervertreter sehr ernst. Sie schaffen eine Basis für Verhandlungen in der gemeinsamen Arbeitsgruppe", sagte ein Unternehmenssprecher. Arbeitgeber und Arbeitnehmer treffen sich an diesem Freitag erneut. Wenn das Management bis dahin keine Zahlen auf den Tisch lege, werde der Betriebsrat sich neue Schritte überlegen, erklärte Back.

Am 23. November werde es eine große Demonstration bei der TKSE-Tochter Rasselstein in Andernach in Rheinland-Pfalz mit mehreren tausend Teilnehmern geben - parallel zur Essener Thyssenkrupp-Bilanz-Pressekonferenz. Auch regelmäßige Informationsveranstaltungen in den Betrieben seien denkbar. Dabei sind erfahrungsgemäß Einschränkungen in der Produktion möglich.

"Außerdem haben wir eine Menge Leute, die die Villa Hügel und die Thyssenkrupp-Stiftung gern mal wieder besuchen würden", sagte Back. Er spielte damit auf den Sturm wütender Arbeiter auf den ehemaligen Stammsitz der Krupps Ende 1987 im Zuge der Thyssen-Krupp-Fusion an.

Die Mitarbeitervertreter kritisierten die Fusionspläne: Das geplante Stahl-Gemeinschaftsunternehmen solle Schulden und Pensionsverpflichtungen für 6,5 Milliarden Euro übernehmen. Gewinne würden nach den Plänen von Thyssenkrupp und Tata abgeschöpft - für den Fall einer schwächeren Stahlkonjunktur seien aber keine Verlustübernahmen vorgesehen. "Und wenn das Ganze in Probleme gerät, will keiner etwas damit zu tun haben", sagte Back.

Außerdem lehnen die Betriebsräte die geplante Verlegung des Sitzes der neuen Gesellschaft in die Niederlande strikt ab. Nach niederländischem Recht dürften dort keine Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sitzen. Damit würden die deutschen Mitbestimmungsrechte degradiert, kritisierte Back.

Thyssenkrupp hatte angekündigt, im Zuge der Fusion mit der Tata-Stahlsparte deutschlandweit rund 2000 Stellen zu streichen. Besiegelt werden soll das Geschäft laut Zeitplan Anfang 2018.

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