Staatsdefizit klettert auf 88,57 Milliarden Euro

Wiesbaden - Deutschland ist 2010 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das Staatsdefizit lag bei 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Fehlbetrag betrug 88,57 Milliarden Euro nach 72,91 Milliarden Euro im Vorjahr.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Nach dem EU-Stabilitätspakt darf das Defizit die 3,0-Prozent-Marke nicht überschreiten.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht nach Angaben aus dem Dezember davon aus, dass das Defizit von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen bereits in diesem Jahr wieder auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken wird.

Im Sommer hatte er noch erwartet, erst 2012 wieder die im Maastricht-Vertrag festgelegte Defizitquote erreichen zu können.

Neuverschuldung 2010 unter 46 Milliarden Euro

Finanzminister Schäuble ist im vergangenen Jahr Dank der guten Konjunktur mit deutlich weniger neuen Schulden ausgekommen als geplant. Im Jahr 2010 lag die Nettokreditaufnahme des Bundes nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Mittwoch unter 46 Milliarden Euro.

Die Neuverschuldung fällt damit weit geringer aus als die anfangs veranschlagten rund 80 Milliarden Euro. Es ist aber immer noch die höchste Nettokreditaufnahme in der bundesdeutschen Geschichte. Für 2011 hat der Bund bisher neue Schulden in Höhe von 48,4 Milliarden Euro geplant. Es wird aber erwartet, dass dieser Wert ebenfalls unterschritten wird.

dpa

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