Medienkonzern Springer: Bezahlmodelle im Netz immer erfolgreicher

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Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. Foto: Stephanie Pilicka

Das Medienhaus Axel Springer will zum führenden Digitalverlag werden. Vor den Aktionären entwirft Vorstandschef Mathias Döpfner ein optimistisches Szenario.

Berlin (dpa) - Journalismus im Internet gegen Geld - für Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner gehört die Durchsetzung von digitalen Abos zu den Schicksalsfragen der Medienbranche.

Vor den Aktionären von Axel Springer zeigte sich Döpfner am Dienstag zuversichtlich, dass immer mehr Nutzer für journalistische Produkte im Internet zahlen wollen. "Wir sind heute sehr viel optimistischer, dass diese Bezahlmodelle funktionieren werden, als wir das noch vor zwei oder drei Jahren waren", sagte Döpfner in Berlin.

Döpfner will das Medienhaus zum führenden digitalen Verlag auf den jeweiligen Märkten ausbauen. Wachstumstreiber sind Online-Portale wie die Immobilienplattform Immonet oder die Jobbörse Stepstone. Springer erwirtschafte bereits 53 Prozent der Gesamterlöse von 3,04 Milliarden Euro (2014) im Internet. Auch drei Viertel der Werbeeinkünfte würden schon online erlöst.

Ermutigend für den Trend sei auch, dass reine Online-Anbieter, die bislang als "Inbegriff der Gratismentalität galten", nun immer öfter über Bezahlmodelle nachdächten, sagte Döpfner. Mit digitalem Journalismus sei der Konzern ein gutes Stück vorangekommen. So hätten "Bild" und "Die Welt" mehr als 320 000 zahlende Digital-Abonnenten, 60 000 davon "Die Welt".

Der Vorstandschef bekräftige, dass Springer am Journalismus als Kerngeschäft festhalte. "Wir bleiben ein Verlag, der primär inhaltegetrieben ist." Der Konzern wolle sich nun verstärkt der englischsprachigen Welt vor allem in den USA und Großbritannien zuwenden, die nur "einen Mausklick" entfernt sei. So startet am 21. April der europäische Ableger der US-Webseite Politico, ein von Springer mitfinanziertes Projekt mit Sitz in Brüssel, das auf Englisch über europäische Politik berichten wird.

Zu dem Plan, das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umzuwandeln, sagte Finanzvorstand Julian Deutz, zunächst müssten Steuerfragen geklärt werden. Mit der Umwandlung in eine KGaA soll sichergestellt werden, dass auch bei Kapitalerhöhungen der Einfluss der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik als Mehrheitseigentümer erhalten bleibt. Hinter der Gesellschaft stehen Friede Springer sowie zwei Enkel des 1985 gestorbenen Verlegers Axel Springer. Außerdem hält Frau Springer weitere persönliche Anteile.

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