Sparen macht Probleme

Hamburg - Sparen bereitet den Bundesbürgern Probleme: Im Durchschnitt legen sie monatlich zwar 180 Euro auf die hohe Kante, doch das reicht nicht.

Zur Realisierung ihrer persönlichen Sparziele wären nämlich 256 Euro erforderlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), für die das Institut TNS-Infratest 2.075 Bundesbürger befragt hatte. “Zwischen Vorsorgebedarf und Spartätigkeit zeigt sich eine Lücke“, sagt BVR-Vorstand Martin Lücke. Viele Bundesbürger sähen sich nicht in der Lage, ihre Sparvorhaben zu verwirklichen.

Probleme haben besonders die 20- bis 29-Jährigen. Hier beträgt das persönliche Sparvolumen weniger als die Hälfte dessen, was ihrer Meinung nach notwendig wäre. Am ehesten erreichen noch Gutverdienende und Ältere über 60 Jahre ihr Sparziel.

Geringe Rücklagen

Obwohl jeder zweite Bundesbürger regelmäßig spart und rund ein Drittel gelegentlich Geld zurücklegt, verfügen viele nur über relativ geringe Rücklagen, wie die repräsentative Studie “Sparerkompass Deutschland“ der Bank of Scotland ergab. Die Mehrheit (29 Prozent) besitzt demnach Ersparnisse zwischen 1.000 und 10.000 Euro, bei weiteren 16 Prozent sind es zwischen 10.000 bis 25.000 Euro, und neun Prozent haben Ersparnisse von mehr als 50.000 Euro.

Die fleißigsten Sparer wohnen übrigens in Hamburg (64 Prozent), Bayern und Hessen (je 60 Prozent). In Thüringen (44 Prozent), Berlin (43 Prozent) und Sachsen-Anhalt (37 Prozent) wird hingegen vergleichsweise wenig gespart.

Bemerkenswert ist, dass nur rund die Hälfte der Deutschen ihre Spareinlagen immer im Blick hat, und 35 Prozent gar nichts über ihre Zinserträge wissen, wie die Studie ergab. Darüber hinaus lässt fast jeder Dritte für einen längeren Zeitraum größere Geldbeträge auf dem Girokonto, obwohl diese Konten meist nicht oder nur gering verzinst werden. 53 Prozent machen das “aus Gewohnheit“, 43 Prozent möchten so die Möglichkeit nutzen, ihr Geld jederzeit wieder abzuheben.

Zinsen deutlich gestiegen

Viel Geld verschenkt wird auch bei Sparbüchern, auf denen nach einer Statistik der Bundesbank rund 500 Milliarden Euro angelegt sind. Die Zinsen betragen oft nur 0,5 Prozent oder noch weniger. Dabei hat der Markt durchaus mehr zu bieten. So hoben in den vergangenen Wochen zahlreiche Banken die Sparzinsen deutlich an.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

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Für Tagesgeld gibt es nach einem Vergleich des Finanzportals FMH aktuell bis zu 2,6 Prozent Zinsen. “Auf die Zinserhöhungen bei Tagesgeld ist Verlass“, sagt FMH-Experte Max Herbst. “Da sind immer mehr Banken bereit, zumindest für Neukunden einen Zinssatz über der Inflationsrate von 2,4 Prozent zu bezahlen.“ Bei Festgeld mit zwölfmonatiger Laufzeit werden laut FMH derzeit bis zu 3,0 Prozent geboten. Bei dreijährigen Sparbriefen sind es bis zu 4,1 Prozent.

Bankangebote mit Haken

Insbesondere beim Tagesgeld sollten Sparer jedoch genau auf die Konditionen achten. Denn einige aktuelle Hochzinsangebote für Neukunden haben laut einem Vergleich des Magazins “Finanztest“ der Stiftung Warentest einen Haken. So gilt der Top-Zins manchmal nur für wenige Monate, andere Anbieter gewähren ihn für maximal 10.000 oder 20.000 Euro. Gelegentlich müssen zusätzlich ein Girokonto oder Wertpapierdepot eröffnet werden. 

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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