Spanien: Zinsen für Anleihen explodieren

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Nach Valencia will auch die autonome Region Murcia im Südosten Spaniens wegen ihrer hohen Schulden bei der Zentralregierung in Madrid Finanzhilfe beantragen.

Madrid - Die Lage am Anleihemarkt Spaniens droht zu eskalieren. Der Grund sind Berichte über die drohende Pleite mehrerer Provinzen.

Mittlerweile liegt nicht nur die Rendite für spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren über der kritischen Marke von sieben Prozent - das gleiche gilt auch für Schuldtitel mit einer Restlaufzeit von fünf Jahren. Dieses hohe Niveau gilt für einen Staat auf Dauer als nicht finanzierbar.

Zweijährige Anleihen rentierten am Montagvormittag erstmals mit mehr als sechs Prozent. Im Fahrwasser Spaniens trübte sich auch die Lage am Rentenmarkt Italiens ein.

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Besonders stark verschlechterte sich die Lage in Spanien für zweijährige Anleihen. Hier stieg die Rendite um mehr als 40 Basispunkte auf bis zu 6,02 Prozent. Fünfjährige Titel legten ähnlich stark zu und rentierten in der Spitze mit 7,07 Prozent. Im Zehnjahresbereich, der als richtungsweisend gilt, stieg die Rendite etwas weniger. Sie erreichte mit 7,4 Prozent aber ebenfalls ein neues Rekordhoch. Selbst dreißigjährige Schuldtitel rentieren aktuell nur unwesentlich höher.

Die Risikoaufschläge zu deutschen Staatsanleihen, die als sehr sicher gelten, bewegten sich zwischen 607 Basispunkten (zwei Jahre) und 540 Basispunkten (dreißig Jahre). Dies verdeutlicht das große Misstrauen der Investoren gegenüber Spanien.

Unterdessen legten auch die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf spanische Staatstitel zu und stiegen auf einen neuen Rekordstand. Am Montagvormittag kostete eine Ausfallversicherung auf fünfjährige Staatsanleihen bis zu 634 Basispunkte. Im Euroraum liegt die CDS-Prämie nur für Staatsanleihen Zyperns und Portugals höher.

Bis zu sechs Regionen leiden an akuter Finanznot

Die Entwicklung von CDS-Prämien dient mitunter mehr als der Gradmesser, wie die Märkte die jeweiligen Risiken bewerten, als die Anleihennotierungen selbst. Der CDS-Handel gilt als wenig transparent und verlockt Spekulanten zu riskanten Transaktionen in großem Stil, die wiederum Finanzkrisen verstärken können.

Händler erklärten die abermalige Zuspitzung an den Anleihemärkten der beiden Euro-Schwergewichte Spaniens und Italiens vor allem mit finanziellen Problemen der spanischen Regionen. Nachdem bereits am Freitag die Region Valencia den spanischen Zentralstaat um Hilfe gebeten hatte, könnten weitere Regionen hinzu kommen. Die spanische Tageszeitung „El Pais“ spricht von bis zu sechs Regionen, die unter akuter Finanznot leiden.

dpa

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