Medienriesen wollen zusammenarbeiten

Übernahmeschlacht um Sky läuft weiter - Kooperation mit Netflix angekündigt

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Immer mehr Menschen streamen Filme und Serien im Internet - zwei Riesen wollen nun zusammenarbeiten.

Eigentlich sind sie erbitterte Konkurrenten um Abonennten im Bezahlfernsehen, doch nun haben Netflix und Sky eine Kooperation geschlossen. Demnach soll Netflix bald bei Sky verfügbar sein.

Washington/London - Europas größter Pay-TV-Konzern Sky und der Streamingdienst Netflix haben eine Kooperation vereinbart. Wie der britische Sender am Donnerstag bekanntgab, werde Netflix bald über die Sky-Plattform zu sehen sein.

Der Start soll in Großbritannien und Irland geplant. Später im Jahr folgen dann Deutschland, Österreich und Italien. Das Angebot der bisher konkurrierenden Anbieter soll sowohl für existierende als auch für neue Kunden gelten. Genauere Daten für den Start nannte das Unternehmen nicht. Auch über den Preis des gebündelten Angebots für Abonennenten gab es zunächst keine Angaben, sie sollen näher am Start der Kooperation folgen.

Netflix ist mit etwa 118 Millionen Abonnenten der größte Videostreamingdienst der Welt. Er bietet unter anderem erfolgreiche Serien wie „House of Cards“, „Orange is the new black“, „Narcos“, „Stranger Things“ oder „The Crown“ an. Aktuell gibt es für eingefleischte Netflix-Nutzer die Möglichkeit eine lebenslange Mitgliedschaft zu gewinnen

Streamingmarkt wächst und damit auch der Druck auf die Anbieter

Der Online-Streamingmarkt ist stark umkämpft. Netflix hat erst kürzlich Milliarden in neue Serien und Filme investiert und damit seine führender Position gesichert. Um Sky tobt derzeit eine Übernahmeschlacht, denn mit einem 25 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot für den Bezahlsender will der US-Kabelriese Comcast die Grundlage für eine Expansion auf dem europäischen Medienmarkt legen. Das am Dienstag überraschend vorgelegte Angebot übersteigt deutlich jenes des Medienunternehmers Rupert Murdoch, der sich seit zwei Jahren um eine vollständige Übernahme von Sky bemüht. Comcast wolle Sky "als Plattform für unser Wachstum in Europa nutzen", erklärte Konzernchef Brian L. Roberts.

Murdochs Unternehmen 21st Century Fox hatte vor zwei Jahren umgerechnet 13 Milliarden Euro für jene 61 Prozent von Sky geboten, die ihm noch nicht gehören. Der Übernahme standen bislang aber kartellrechtliche Bedenken der britischen Behörden im Weg.

Das Angebot von Comcast pro Aktie liegt deutlich über der von Murdoch gebotenen Summe. Der Kurs der Sky-Aktie stieg am Dienstag zum Handelsauftakt in London um 18 Prozent. Das Angebot von Comcast dürfte Murdochs Erfolgsaussichten bei der Übernahme von Sky weiter schmälern.

Medienmogul arbeitet an Übernahme

Medienmogul Murdoch greift nach Sky.

Comcast-Chef Roberts begründete sein Interesse mit der "Führungsstellung von Sky in Großbritannien, Italien und Deutschland". Sky sei ein "herausragendes Unternehmen", das sich durch "konstante technologische Innovation" auszeichne. Allein in Deutschland hat Sky nach eigenen Angaben 5,2 Millionen Kunden, der Jahresumsatz liegt hier bei zwei Milliarden Euro. Europaweit zählt Sky 23 Millionen Kunden in sieben Ländern.

Comcast-Chef Roberts zeigte sich "zuversichtlich", die erforderliche kartellrechtliche Zustimmung für die Übernahme zu erhalten. Erst Ende Januar hatte die britische Wettbewerbs- und Marktbehörde (CMA) Bedenken gegen die geplante Übernahme durch Murdochs 21st Century Fox geäußert: Es liege "nicht im öffentlichen Interesse", dass der US-Konzern Sky komplett übernehme.

Wettbewerbshüter in Deutschland, Österreich, Irland und Italien sowie die Europäische Union hatten die Übernahme bereits gebilligt. Sky hat seinen Hauptsitz in Großbritannien.

Murdochs Konzern bemüht sich derzeit, die Bedenken der britischen Behörden auszuräumen. Anfang Februar versicherte 21st Century Fox, die journalistische Unabhängigkeit von Sky auch nach einer Übernahme zu bewahren.

dpa/mh

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