Übernahme-Poker

Siemens und Mitsubishi legen Angebot für Alstom vor

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Das Logo des französischen Industriekonzerns Alstom in Paris (Frankreich).

München - Nach wochenlangem Übernahme-Poker um den französischen Alstom-Konzern hat Siemens seine Karten jetzt offen auf den Tisch gelegt.

Das deutsche Unternehmen will nun doch nicht den gesamten Alstom-Energiebereich übernehmen, sondern nur das Gasgeschäft für 3,9 Milliarden Euro. Dafür rückt der japanische Mitsubishi-Konzern zum wichtigeren Partner des Kaufangebots auf, das beide Unternehmen am Montag offiziell vorlegten.

Mitsubishi Heavy Industries (MHI) will nach Angaben der beiden Kaufinteressenten drei Joint Ventures mit Alstom bilden und dafür 3,1 Milliarden Euro einbringen. Es gehe um den Kauf von 40 Prozent an Alstoms Dampf- und Atomgeschäft, 20 Prozent am Bereich Energienetze und 20 Prozent am Wasserkraftgeschäft. Zudem will der japanische Konzern mit bis zu zehn Prozent bei Alstom als Aktionär einsteigen. Mitsubishi wolle eine "umfassende industrielle Allianz" mit Alstom schaffen. Dadurch sollten mehr als 1000 Stellen in Frankreich geschaffen werden.

Für den Alstom-Energiebereich hatte bereits der US-Konzern General Electric (GE) ein Angebot unterbreitet. Er will für 12,35 Milliarden Euro die gesamte Energiesparte von Alstom übernehmen, die 70 Prozent der Alstom-Geschäftstätigkeiten ausmacht. Auch GE hat 1000 Arbeitsplätze in Frankreich versprochen. Alstom ist auch im Transportbereich tätig und stellt insbesondere den Hochgeschwindigkeitszug TGV her.

Der Siemens-Konzern hatte zunächst angekündigt, in direkter Konkurrenz zu GE ein Gegenangebot vorlegen zu wollen. Erst vergangene Woche änderte sich dies, und Mitsubishi kam plötzlich als Siemens-Partner ins Spiel.

Wer ist im DAX?

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Nach dem nun vorgelegten Angebot würde Siemens hundert Prozent des Alstom-Gasturbinengeschäfts einschließlich der Service-Verträge übernehmen wollen. Dabei bietet Siemens nach eigenen Angaben eine Arbeitsplatzgarantie für die betroffenen Geschäftsfelder in Deutschland und Frankreich für drei Jahre an. Später will Siemens mit Alstom prüfen, ob beide zusammen im Bahnbereich einen "Europäischen Champion" schaffen könnten, wie es in der Erklärung hieß.

Siemens und Mitsubishi erklärten, die Position von Alstom werde durch ihr Angebot gestärkt, die finanzielle Struktur des Konzerns verbessert und das Unternehmen zugleich als französischer Großkonzern erhalten. Siemens-Chef Joe Kaeser sprach von einer "Win-Win-Lösung für alle Beteiligten".

Alstom teilte am Abend mit, es werde die Angebote prüfen. Frankreichs sozialdemokratischer Premierminister Manuel Valls erklärte, seine Regierung sei "sehr offen" und habe "keine Präferenz". Entscheidend seien die Arbeitsplätze und die "strategischen Interessen des Landes".

Die Regierung in Paris hatte sich gegen einen Ausverkauf des Alstom-Konzerns an GE gewandt, weil das Unternehmen in national sensiblen Bereichen wie der Atomkraft tätig ist. Alstom wiederum favorisierte von Anfang an GE und stand einer Siemens-Offerte skeptisch gegenüber. Allerdings hat die französische Regierung inzwischen ein Veto-Recht bei ausländischen Investitionen in strategisch wichtigen Bereichen wie Energie. GE hob am Abend in New York hervor, es werde keine "Bieterschlacht" um Alstom führen.

AFP

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