Schweizer Notenbank führt Strafzins ein

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Die SNB will es für Anleger weniger attraktiv machen, die als sicher geltende Schweizer Währung zu kaufen. Foto: Peter Schneider

Zürich/Moskau (dpa) - Die Kapitalflucht der Russen zwingt die Notenbanken zu reagieren. Jetzt haben die Schweizer Währungshüter drastische Schritte ergriffen: Ein Strafzins soll kommen.

Angetrieben vom Rubel-Absturz flüchten Russen in als besonders sicher geltende Währungen - wie den Schweizer Franken. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat aus Sorge vor einem zu starken Franken jetzt drastische Vorkehrungen getroffen.

Guthaben bei der Nationalbank sollen künftig mit einem Strafzins belegt werden - die Geldanlage in Franken kostet also Geld.

Der Strafzins (Negativzins) von 0,25 Prozent werde ab dem 22. Januar ab einem Guthaben von zehn Millionen Franken (8,3 Millionen Euro) verlangt, teilte die SNB in Zürich mit.

Die SNB bekämpft seit geraumer Zeit den Höhenflug der heimischen Währung. Denn eine weitere Stärkung des Franken gegenüber dem Euro würde nach Einschätzung von Experten der Schweizer Exportwirtschaft erhebliche Probleme bereiten und möglicherweise zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.

Der Schweizer Nationalbank-Präsident Thomas Jordan bestätigte vor Journalisten, dass vor allem die Zuspitzung der Situation in Russland die Notenbank zu dem Schritt bewogen habe. Der Franken gab nach der Mitteilung spürbar nach und notierte zuletzt bei 1,2040 Franken zum Euro.

Kremlchef Wladimir Putin warnte am Donnerstag, Russlands Wirtschaftsprobleme könnten zwei Jahre andauern. Der Rubel könne bei fallenden Ölpreisen weiter an Wert verlieren. Der Rubel hat im Vergleich zum Dollar seit Jahresanfang um mehr als 50 Prozent eingebüßt. Die russische Währung steht wegen des Einbruchs der Ölpreise seit Monaten unter Druck.

Putin versicherte, die Währungsreserven der Zentralbank und die Polster der Regierung seien solide. Allein an Währungsreserven hat Russland nach Darstellung von Putin rund 419 Milliarden US-Dollar (340 Milliarden Euro). Notenbank und Regierung in Moskau versuchten zuletzt, den Rubel mit Verkäufen von Milliarden-Währungsreserven zu stoppen. Die russische Regierung kündigte an, angesichts des massiven Rubelverfalls das nationale Bankensystem mit einer Billion Rubel (13,6 Mrd Euro) zu stützen.

Die Schweizer Notenbank hatte im September 2011 einen Mindestkurs des Franken eingeführt (1 Euro/1,20 Franken), um eine zu starke Aufwertung der Währung zu verhindern. Auch die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) setzte die SNB zuletzt unter Druck. Als erste große Notenbank hatte die EZB im Juni dieses Jahres eine Gebühr auf bei ihr unterhaltene Guthaben beschlossen. Der Einlagensatz der EZB liegt bereits bei minus 0,2 Prozent.

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